Angriffsfläche?! Oder ein Abwehrkampf ist ein Abwehrkampf ist ein Abwehrkampf!

Liebe AAH, liebe anderweitig organisierte Antifaschist_innen,

zuerst einmal wollen wir klarstellen, dass dies keine Kritik an der AAH im Besonderen, sondern eher eine Kritik an antifaschistischer Organisierung und Debatte im Allgemeinen sein soll.
Da aber die AAH uns – dankenswerter Weise – im wahrsten Sinne des Wortes eine „Angriffsfläche“ bietet, werden wir diese exemplarisch nutzen um unsere Kritik zu formulieren.
Zunächst wollen wir aber noch zwei Sachen voranstellen.
1. Unsere Kritik wird einigen von euch vielleicht etwas hart vorkommen.
Das liegt daran, dass wir wirklich frustriert davon sind, wie sich die antifaschistische Bewegung entwickelt (hat). Unsere Kritik klingt hart, weil wir nicht verstehen wie es sich diejenigen, denen wir uns eigentlich nah fühlen und mit denen wir gemeinsame Kämpfe geführt haben und führen wollen, mit ihrer Analyse und Kritik der Verhältnisse derart einfach machen können. Nichtsdestotrotz wollen wir betonen, dass es eine solidarische Kritik sein soll. Wir machen uns die Mühe zu schreiben, weil wir auf eine konstruktive Diskussion hoffen.
2. Wir sind nicht in explizit antifaschistischen Gruppen organisiert und haben als Gruppe auch an den Bündnissen zu den letzten beide Naziaufmärschen in Hannover nicht teilgenommen. Deswegen bitten wir um Nachsicht, wenn wir keine detaillierten Kenntnisse der Debatten unter antifaschistischen Gruppen haben. Wir verstehen uns selbstverständlich trotzdem als Antifaschist_innen und denken für unsere Kritik ist die genaue Kenntnis antifaschistischer Debatte der letzten Jahre nicht zwingend notwendig.

Als wir gesehen haben, dass es eine neue antifaschistische Zeitung gibt, die verspricht mit ihren „Artikeln selbst Angriffsfläche in aktuellen Debatten“ bieten zu wollen, haben wir uns zunächst sehr gefreut. Denn wir haben selbst schon öfter darüber nachgedacht ob wir es, trotz unseres Schwerpunktes in einem anderen Themenbereich, für notwendig halten etwas zur Situation der antifaschistischen Bewegung zu schreiben. Unsere Freude wich bei einem Blick in die Zeitung allerdings ziemlich schnell der Ernüchterung. Um genau zu sein, wussten wir nicht ob wir lachen oder weinen sollen. Lachen weil „Angriffsfläche“ eben nicht „zeigt und bietet was der Name verspricht“; Oder weinen weil die Hoffnung mal einen ernsthaften Debattenbeitrag zu lesen so herbe enttäuscht wurde. Schon ein erster Blick auf die Länge des „Debattenartikels“ (erst Recht in Relation zu dem ebenfalls abgedruckten Dresdenaufruf) ernüchterte uns. Wir dachten ein ernst gemeinter Debattenbeitrag kann doch nicht nur eine Seite lang sein. Als wir dann begannen zu lesen, wuchs die Enttäuschung zu einem bitteren: „Das kann doch echt nicht wahr sein!“
Es fängt an mit „es gibt für uns zwei gute Aspekte unsere Kapazität auf die Nazis […] zu richten“.
Dann wird festgestellt, dass Nazis menschenverachtend sind, dies konträr zu unseren Zielen steht und deshalb wenig diskussionswürdig sei. Der zweite Grund sei die Öffentlichkeit, die Naziaufmärsche mit sich brächten, zu nutzen um „den eigenen Standpunkt an bisher unerreichte Personenkreise zu bringen“. Schon an dieser Stelle wird das erste Mal deutlich, dass eine Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse einfach ausbleibt. Kein Wort wird darüber verloren welche Relevanz Nazis in der BRD haben. Daraus folgt, dass nicht im Geringsten logisch ausgeführt wird, wieso der größte Teil linksradikaler Strukturen ausgerechnet auf Nazis gerichtet sein sollte. Unserer Meinung nach liegt das daran, dass eine tatsächliche Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland dazu führen müsste, zu erkennen, dass eben diese Nazis nicht die größte Relevanz haben und dass deshalb ihre Bekämpfung auch nicht die höchste Priorität haben sollte.
Sicher stimmt es das Nazis menschenverachtend sind, konträr zu unseren Zielen stehen und bekämpft werden müssen. Aber wenn wir uns die Verhältnisse in Deutschland angucken, müssen wir feststellen, dass uns die Verschärfung der sozialen Verhältnisse, die uns zunehmend individualisiert und damit kollektive Lösungsansätze immer unmöglicher macht, wesentlich mehr bedroht.
Dazu zählen für uns vor Allem der Abbau sozialer Sicherungen/Rechte und der immer größer werdende Verwertungszwang. Wenn wir dann noch mitdenken, dass gleichzeitig von staatlicher Seite immer weitere Instrumente des Krisenmanagements in Stellung gebracht werden, wird der Angriff auf die Möglichkeiten kollektiver Lösungsansätze noch offensichtlicher. Sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene herrscht (sozialer) Krieg. Das kapitalistische System soll mit (para-)militärischen Mitteln aufrechterhalten werden. Auch die, durch die Militarisierung der Gesellschaft wieder zunehmende, patriarchale Zurichtung ist eine Zumutung, die wir für wesentlicher halten. (Wobei „Hegemonie männlich definierter Attribute“ es unserer Meinung nach besser beschreiben würde. Allerdings würde uns die Erklärung dessen zu weit vom eigentlichen Thema wegführen. Wir werden es aber bald in einem anderen Text ausführen.)
Ob und mit welcher Relevanz die Nazis in der beschriebenen Situation eine Rolle in der BRD spielen, ist eine Frage zu der die antifaschistische Debatte leider gar nicht vordringt. Da eine Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse ausbleibt und somit eine Einschätzung der Relevanz der Nazis unmöglich wird, könnte, dieser Argumentation folgend, dem Kampf gegen Nazis immer die höchste Priorität eingeräumt werden.

Wer jetzt denkt, der „Debatten“-Text kann ja nur noch besser werden, wird leider erneut enttäuscht. Die nun formulierte Kritik ist, dass viele Antifagruppen eine Verknüpfung von Naziaufmärsche-verhindern und Inhalte-an-eine-breitere-Öffentlichkeit-vermitteln, nicht anstreben würden. Dies klingt für uns wie das – von uns für überwunden gehaltene – Konzept des „revolutionären Antifaschismus“. Wir verstehen nicht wie man zu der Annahme kommt, dass sich über Antifaschismus eine allgemeingültige Kritik an Herrschaft vermitteln lassen würde oder dieser ein Kampf „ums Ganze“ sei.
Die Frage, die sich für uns zunächst stellt, ist ob es überhaupt um eine Kritik an Herrschaft im Allgemeinen geht? Denn weiter hinten steht, es solle ausgetestet werden ob potentielle Bündnispartner_innen „antikapitalistische Positionen neben sich ertragen?“
Das klingt für uns wie ein Rückfall in ein Haupt-, Nebenwiderspruchsdenken, das wir grundsätzlich ablehnen. Es gibt weder eine zwangsläufige Gesetzmäßigkeit mit der Kapitalismus andere Herrschaftmechanismen wie Patriarchat oder Rassismus hervor bringt, noch eine Wertigkeit.
Wir lehnen Herrschaft in jeglicher Form ab. Dabei gibt es selbstverständlich Verknüpfungen und Nutzbarmachungen z.B. rassistischer Strukturen innerhalb der kapitalistischen Wirtschaftsweise. Aber Kapitalismus ist keine Voraussetzung für Rassismus oder Patriarchat. Dass beide wesentlich älter als die kapitalistisch organisierte Ökonomie sind, ist hierfür der einfachste Beleg.
Aber auch die Logik mit der die Anti-Naziarbeit als antikapitalistisch definiert wird, erschließt sich uns nicht. Verstehen wir euch nur falsch oder glaubt ihr Faschismus sei auf die Spitze getriebener Kapitalismus und im Umkehrschluss Antifaschismus auch ein Kampf gegen den Kapitalismus?
Diese Annahme lässt sich weder aus der Analyse historischer, noch aktueller Gegebenheiten ableiten. Die Shoa ist nicht mit kapitalistischer Ökonomie erklärbar. Zudem verdeckt diese Annahme die Unterschiedlichkeiten faschistischer Systeme. Der Nationalsozialismus war etwas Anderes als der spanische Klerikalfaschismus oder die Militärdiktatur in Chile. Aber auch die Niederschlagung des Nationalsozialismus ist ein Widerspruch zu dieser Annahme, denn zumindest die westlichen Alliierten kämpften, unter anderem weil sie ihr kapitalistisches Modell etablieren wollten, gegen die Nazis. Sie waren also in diesem Fall anti-faschistisch. Heute verschärft sich die innerstaatliche sowie zwischenstaatliche, kapitalistische Konkurrenz in einem Ausmaß, das vor 70 Jahren definitiv nicht gegeben war, ohne dass dies (zwangsläufig) zu neuen faschistischen Systemen führt.
Für uns ist Antifa ein (leider) notwendiger Abwehrkampf, den wir – als gesamte Linke – selbstverständlich mit Entschlossenheit führen müssen. Das soll heißen es ist gut wenn es Gruppen gibt, die den Nazis die Bewegungsfreiheit nehmen und auch mal ordentlich aufs Maul hauen. Die festgestellte Notwendigkeit antifaschistischer Selbstverteidigung ist sowohl in Bezug auf unsere Strukturen als auch in Bezug auf die Abwehr faschistischer Übergriffe und rassistischer Pogrome richtig. Doch Selbstverteidigung ist ein Abwehrkampf. Dessen muss sich die radikale Linke bewusst sein. Er ermöglicht ein in die Offensive kommen nicht und wir müssen immer wieder abwägen, wie viel Kapazitäten wir für ihn abstellen können. Natürlich können wir die Nazis nicht erst dann bekämpfen, wenn sie so stark sind, dass sie zu einer ernsthaften Bedrohung werden. Aber genauso wenig können wir die größte Kapazität darauf verwenden, jeden Nazi bis in sein hinterletztes Rattenloch zu verfolgen, wenn wir gleichzeitig davon bedroht sind von Verwertungszwang, Individualisierung und Repression, zermalmt zu werden. Und außerdem, was noch wichtiger ist, eine Welt in Selbstorganisation zu gewinnen haben. Denn ein Abwehrkampf ist ein Abwehrkampf ist ein Abwehrkampf.
Wer gegen den Kapitalismus kämpfen will, muss antikapitalistische Theorie und Praxis entwickeln. Wir würden uns wünschen, dass Antifagruppen endlich aufhören über Antifaschismus eine Kritik am Ganzen oder auch nur am Kapitalismus herleiten zu wollen.
Das funktioniert nicht, Nazis vertreiben ist kein antikapitalistischer Akt.
Wobei es auch legitim ist Antifa zu sein und den Abwehrkampf gegen Nazis zu führen. Denn dies ist in Hannover auch notwendig und geschieht eher zu wenig. Es wäre erfreulich wenn Nazis z.B. in der Innenstadt oder Misburg endlich zurückgeschlagen würden. An anderen Orten wäre es nicht nur erfreulich, sondern tatsächlich notwendige Selbstverteidigung. Aber selbst wenn diese funktioniert, ist nur im Kampf gegen Nazis einiges gewonnen und nicht im Kampf gegen den Kapitalismus, ganz zu schweigen vom Kampf gegen andere Herrschaftsmechanismen.
Ohne das zu Bekämpfende gleichsetzen zu wollen, wir würden auch nicht auf die Idee kommen zu behaupten, der (Abwehr-)Kampf gegen die Bundeswehr sei revolutionär. Doch trotz seiner ebenfalls festzustellenden Abwehrfunktion ist der Kampf gegen die Bundeswehr für uns entscheidender, da die Militarisierung eine elementare Funktion in der Herrschaftssicherung einnimmt, die die Nazis, jedenfalls im Moment, nicht haben. Wir führen diesen Kampf weil wir gegen Herrschaft kämpfen und weil die Militarisierung Herrschaft in Form von Staatlichkeit, Patriarchat und Kapitalismus absichert bzw. verschärft.

Der nächste Absatz des „Debatten“-Textes beschäftigt sich mit Bündnispolitik.
Im Bezug auf das linksradikale Bündnis werden vermeintliche Zerwürfnisse festgestellt.
Darauf wollen wir antworten, dass vielleicht die Art und Weise des Disputs nicht gerade zielführend war, wir uns generell aber mehr (konstruktive) Diskussion wünschen. Eine radikale Linke ohne Meinungsverschiedenheiten und Diskussion ist für uns absolut kein Ideal.
Im Bezug auf bürgerliche Bündnisse glauben wir nicht, wie bereits ausgeführt, dass Antifaschismus eine weitergehende Kritik am Bestehenden ermöglicht. Erst Recht nicht wenn man eine relativ marginale Kraft unter Demokrat_innen ist. Oder glaubt ihr die Gewerkschaftler_innen oder gar die Ratsfraktionenen der CDU und FDP warten darauf, dass jemand vorbei kommt und ihnen die Welt erklärt? Da finden wir schon richtiger was weiter vorne geschrieben wurde. Antifa mobilisiert viele Menschen und über Aktionen und kraftvolle Demos sind tatsächlich einige Menschen zu politisieren. Das liegt dann aber nicht an einer (falsch hergeleiteten) Kritik am Bestehenden, sondern an gemeinsam gemachten Erfahrungen.
Ansonsten hätten wir spätestens hier erwartet, dass das grandiose Scheitern antifaschistischer Bestrebungen während der beiden Naziaufmärsche in Hannover bewertet wird. Aber dieses Scheitern wird nicht einmal festgestellt. Anstatt anzuerkennen, dass die scheiß Demokrat_innen uns gleich zweimal die Show gestohlen haben, wird allgemein davon fabuliert, dass man eigene Inhalte und Aktionsformen etablieren müsse. Ein Scheitern wird nicht kleiner, sondern größer, wenn man es sich nicht eingesteht. Denn es verhindert eine Diskussion um die gemachten Fehler und damit zwangsläufig auch eine sinnvolle, nach vorne gerichtete Neuorientierung. Zudem stellt sich spätestens hier die Frage, ob die Schreiber_innen überhaupt tatsächlich Interesse an einer Debatte haben oder ob es in Wirklichkeit nur um eine schön gefärbte Selbstdarstellung geht. Zumal selbst nach den vorher formulierten Zielen – Naziaufmarsch verhindern und linksradikale Inhalte in die Öffentlichkeit tragen – ein Desaster auf ganzer Linie festgestellt werden muss.
Am 1. Mai hat der Polizeipräsident mit seiner Verbotsverfügung die „Wehrhaftigkeit der Demokratie“ unter Beweis gestellt und jeder kritisch denkende Mensch weiß wie schnell sich diese auch gegen „linke Extremist_innen“ richtet. Wer es nicht weiß, sollte sich kurz die Einkesslung von 400 Antifaschist_innen unter dem Bahnhof in Erinnerung rufen.
Zwar wurde der Aufmarsch verhindert aber das Bild, das in der Öffentlichkeit dominierte, war mitnichten von linksradikalen Inhalten geprägt. Bullen, Presse und auch Teile des Bunt-statt-Braun-Bündnisses haben erfolgreich eine Hannover-wird-von-rechten-und-linken-Krawallmacher_innen-bedroht-Show inszeniert.
Am 12. September hat sich dann das gezeigt, was wegen der Verbotsverfügung am 1. Mai etwas unter ging. Die Verhältnisse haben sich seit den 1990ern geändert. Zwar war Antifa, wie bereits ausgeführt auch damals nicht revolutionär, sondern eben ein Abwehrkampf, aber dessen Notwendigkeit war u.a wegen der rassistischen Pogrome wesentlich größer.
Für die Problematik der Naziaufmärsche ist allerdings entscheidender:
Die Bullen sind heute viel besser aufgestellt und deshalb funktioniert das Verhindern von Naziaufmärschen mit alten Antifa-Konzepten (mit wenigen Ausnahmen, wie in Hamburg oder Göttingen) nicht mehr.
Wenn wir gerade bei Aktionsformen sind: Eine bennende Mülltonne wäre eine brennende Mülltonne,
wenn sie jemand angesteckt hätte. Wir denken, dass es kaum militante Aktionen gibt, die weniger Vermittlung bedürfen als Barrikaden auf einer Naziroute. Aber auch sonst glauben wir nicht, dass jede militante Aktion unbedingt im Vorhinein in irgendwelche Bündnisse vermittelt werden müsste. Im Fall des kleinen Angriffs auf die Bullen in Hannover nach der Räumung des Ungdomshuset hat z.B. erst die Aktion die Vermittlung von Inhalten ermöglicht. Trotzdem war es selbstverständlich richtig, dass sie im Nachhinein erklärt wurde.
Was aber noch wichtiger ist: Die (Sozial-) Demokrat_innen brauchen „die Antifa“ längst nicht mehr um sich ihr Gewissen zu beruhigen, weil sie selber nichts gegen Nazis machen. Deshalb schlagen sie sich im Zweifel auch nicht mehr auf unsere Seite. Wir sind jetzt die bösen linken Extremist_innen, die das Bild des bunten, friedlichen und demokratischen Hannovers stören. Damals standen wir unter einem gewissen Schutz der Sozialdemokratie, deshalb konnten wir wenigstens noch ab und zu auf den Putz hauen. Sich einzubilden, dass dieses nur an der eigenen Stärke lag, ist ein fataler Fehler. Die Gewissenserleichterung erledigt nun das von ihnen selbst inszenierte Bunt-statt-Braun-Demokratie-Bratwurstessen und für diejenigen, denen das nicht reicht, gibt es ja auch noch die Möglichkeit der friedlichen Blockade. Deshalb bekommen linksradikale/autonome Antifaschist_innen nun auch die staatliche Repression wesentlich stärker zu spüren.
Da diese ganzen Veränderungen nicht zu neuen Konzepten führen, sind wir auch am 12. September gescheitert. Ein weiterer Beleg dafür, den wir kurz in Erinnerung rufen wollen, ist die abstruse Vorabenddemo frei nach dem Motto „Wir wissen nicht was zu tun ist, also demonstrieren wir doch einfach einen Abend vorher.“ Auf die Vorbereitung einer ernsthaften, anschlussfähigen und eingreifenden Praxis wurde dafür komplett verzichtet.
Als Gipfel der Peinlichkeit und noch einmal die eigene Analyse- und Konzeptlosigkeit unter Beweis stellend, wird dann davon fabuliert, dass man „Gegner_in der Gesamtscheiße“ bliebe.
Wer durch vermeintlich lustige Formulierungen verdeckt, dass er_sie gar nicht erst versucht die gesellschaftlichen Verhältnisse zu analysieren, führt sich immer tiefer in die Beliebigkeit. Was soll das den heißen: „Gegen die Gesamtscheiße“? Gesamtscheiße war die Situation auch vor 20 Jahren, auch vor 70 und auch vor 1000 Jahren. Aber es wird wohl jede_r einsehen, dass zwischen den Verhältnissen, die dazu geführt haben, dass irgendwie immer alles gesamtscheiße war, beträchtliche Unterschiede liegen. Wenn wir die kontinuierlichen Veränderungen der uns umgebenen Verhältnissen nicht begreifen und nicht in der Lage sind verschiedene Herrschaftsmechanismen, ihre Auswirkungen und Verknüpfungen zueinander herauszuarbeiten, werden wir auch nie in der Lage sein radikale Kritik zu formulieren. Zwangsläufig können wir dementsprechend nicht zu einer Intervention in diese Verhältnisse kommen.

Für mehr linksradikale Analyse, Debatte und eingreifende Praxis!!!

solidarische Grüße
die Beauftragten der Selbstorganisation für antimilitaristische Praxis und Aufstand
kontroll-verlust[ät]web.de

PS: Auch unser Text „Verbindungskommandos, Aufstandsbekämpfung und Kampfeinsatz im Bahnhof“ meint die formulierte Aufforderung zur Debatte durchaus ernst und wir würden uns auch dazu sehr über Antworten bzw. Beiträge (von Antifagruppen) freuen. Ihr findet ihn im Infoladen eures Vertrauens oder unter http://antimilitarismus.blogsport.de/texte/die-bundeswehr-im-innern/