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Kundgebung Frieden in Syrien

Am Fr. den 12.10.2012 beteiligten sich ca. 50Personen an einer Kundgebung vor dem türkischen Konsulat in Hannover.
Zu dieser hatte die neu gegründete Friedensplattform Hannover, ein Zusammenschluss linker türkischer, syrischer und kurdischer Organisationen und Einzelpersonen aufgerufen.
Die Plattform hat sich auf 4 Parolen geeinigt unter denen weitere Proteste organisiert werden sollen. Alle Interessierten können im Rahmen dieser 4 Parolen eigene Aufrufe schreiben und sich an den weiteren Protesten sowie der Plattform beteiligen.

1. Schluss mit der Kriegspolitik des Imperialismus im Nahen Osten! (gemeint ist wohl die NATO)
2. Schluss mit der Kriegspolitik der AKP-Regierung in der Türkei!
3. Es lebe die Völkerfreundschaft in Syrien und der Türkei!
4. Schluss mit den deutschen Waffenexporten und der deutschen Militärhilfe!

Die nächste geplante öffentliche Aktivität ist eine Demo am 17.11. ab 12 Uhr am Steintor.

Antimilitarist_innen! Keine Zeug_innen des Staates!

von Rote Hilfe OG Hannover 09.10.2012

Mehrere Personen aus Hannover haben in den letzten Tagen Post des polizeilichen Staatsschutzes erhalten. Dieser will sie als Zeug_innen zur „vors. Brandstiftung von Bundeswehrfahrzeugen“ vernehmen. In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 2012 hatten Unbekannte 13 Fahrzeuge auf dem Gelände des Bundeswehrversorgungszentrums in Hannover abgefackelt. Bereits im Juni und Juli hatten die staatlichen Schnüffler drei Aktivisten zu Hause bzw. an der Arbeitsstelle belästigt.

( Siehe: damalige Veröffentlichung der Roten Hilfe )

Diese gehören nun auch zu den Angeschriebenen. Außerdem wurden über einen von ihnen in der Berufsschule „Nachforschungen“ angestellt.
Schulleiter und Klassenlehrer wurden dazu befragt ob er am Tag vor bzw. nach dem Brandanschlag gefehlt habe und ob er nach Rauch gerochen hätte. Ein solches Vorgehen des Staatsschutzes soll Aktivist_innen einschüchtern und in ihrem beruflichen und schulischem Umfeld als kriminell stigmatisieren.

Der Presse war zu entnehmen, dass es bisher keine heiße Spur zu den Aktivist_innen gibt, die die Bundeswehrfahrzeuge angezündet haben. Nun steht der Staatsschutz massiv unter Druck und versucht diesen an ihm bekannte Antimilitarist_innen weiter zu geben. Alle, die nun als Zeug_innen vernommen werden sollen, sind seit vielen Jahren gegen Krieg und Militarisierung aktiv. Sie beteiligten sich in Hannover an Demonstrationen gegen das Sommerbiwak, Aktionen gegen Veranstaltungen des Bundeswehr-Werbetrucks, Kirchenbesetzungen gegen das Adventskonzert der 1. Panzerdivision oder ähnlichem. Der antimilitaristische Widerstand in Hannover war über einen längeren Zeitraum an verschiedenen Punkten relativ erfolgreich. Doch wer sich gegen Krieg und Militär engagiert, stellt sich immer gegen die Interessen des Staates. Deshalb waren Antimiliarist_innen auch in der Vergangenheit immer wieder mit Kriminalisierungsversuchen durch Strafverfahren und anderer Repression konfrontiert. Es ist nun mal die Aufgabe des Staatsschutzes den Staat zu schützen und dazu gehört in Zeiten des Krieges die Erzwingung von Ruhe an der Heimatfront.

Die Aktivist_innen, die die Abrüstung des Bundeswehrfuhrparks zu verantworten haben, bezogen sich in ihrer Aktionserklärung auf die europaweite Kampagne „Krieg beginnt hier“. Sie haben eine von vielen Handlungsmöglichkeiten gewählt um Krieg und Militarisierung zu markieren, zu blockieren und zu sabotieren. Es ist und bleibt richtig, mit unterschiedlichen Mitteln zu versuchen, den Krieg, der hier beginnt, hier aufzuhalten.
Deshalb werden Antimilitarist_innen den staatlichen Repressionsbehörden niemals als Zeug_innen zur Verfolgung von Antimilitarist_innen zur Verfügung stehen.

Wer hat noch eine Vorladung bekommen?
Es ist davon auszugehen, dass weitere Personen besucht und/oder vorgeladen werden. Egal ob Vorladungen, Gesprächsangebote oder Vernehmungen durch die Polizei: Du musst und solltest nicht mit ihnen reden, zu ihnen hingehen und noch nicht einmal absagen. Auch wenn die Behörden versuchen uns das Gegenteil weiszumachen. Wenn du Zuhause, auf der Arbeit, in der Schule oder Unterwegs vom Staatsschutz belästigt wirst, solltest du von Anfang an klar machen, dass du nicht mit ihnen reden wirst. Über nichts – egal um was es geht. Du hast gegenüber der Polizei ein generelles Aussageverweigerungsrecht. Sag ihnen sie müssen gehen oder lass sie einfach stehen. Ihre Drohungen laufen ins Leere, wenn du dich nicht einschüchtern lässt. Wenn du angequatscht oder vorgeladen wirst, erzähl deinen Freundinnen und Freunden davon und wende dich an die Rote Hilfe. Gemeinsam werden wir einen solidarischen Umgang mit der Situation finden. Niemand muss alleine mit den Repressionsbehörden fertig werden. Der Staatsschutz versucht uns zu vereinzeln und uns unter Druck zu setzen, aber gemeinsam können wir uns wehren.

Die Ortsgruppe Hannover der Rote Hilfe trifft sich jeden 1. Sonntag im Monat ab 16 Uhr im UJZ Korn. Oder vereinbart einen Termin per Mail. Dabei solltet ihr nur um einen Termin bitten – ihr solltet in der Mail noch nichts zu dem Anlass schreiben.

hannover@rote-hilfe.de

Roten Hilfe Hannover

Infos zu Aussageverweigerung

Dokumentation Aktionserklärung zum Brandanschlag

Autonomes Blättchen Nr. 10!

Die 10. Ausgabe des autonomen Blättchens ist da!

Download autonomes Blaettchen Nr. 10

Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: – Vorwort
– Zeugnisschrank abgefackelt

Seite 2: – Dokumentation: Krieg beginnt hier – Für ein entmilitarisiertes Hannover

Seite 3: – Gespräch zum Sommerbiwak: Ins Wasser gefallen…

Seite 8: – Staatsschutz stochert im Nebel

Seite 10: – Camp against Gefechtsübungszentrum

Seite 13: – Aktionstag: Gefechtsübungszentrum entern | lahmlegen | umgestalten

Seite 14: – Militarismus jetzt stoppen! – Camp in Husum

Seite 16: – Krieg beginnt hier – Aktionen 2012

Seite 23: – …mit der Traditionspflege der Bundeswehr unvereinbar

Seite 24: – Broschüre zu No TAV

Seite 25: – Interview zur Situation in Syrien

Seite 27: – Bundesweite Aktionswoche für militärfreie Bildung und Forschung

Seite 28: – Von schlechten Absichten und falscher Gesinnung

Seite 30: – Dokumentation: *BekennerInnenschreiben* Gentrifizierung

Seite 31: – Operazione Ardire in Italien – Ein Bandit im Käfig

Seite 33: – Ein Brief von Marco Camenisch

Seite 34: – Ivi bleibt!

Seite 35: – Nachlese: Kongress für autonome Politik 2011

Seite 36: – Dokumentation: Aktion gegen Horst Reichenbach Leiter der „Eu Task Force Griechenland“

Seite 37: – Damit der Aufstand erfolgreich sein kann, müssen wir uns erst selbst zerstören

Download autonomes Blaettchen Nr. 10

Nach Brandanschlag auf Bundeswehr in Hannover – Staatsschutz stochert im Nebel

von Rote Hilfe OG Hannover am 09.07.2012

In den letzten zwei Wochen hat der Staatsschutz in Hannover mindestens drei Leute zu Hause bzw. bei ihrer Arbeitsstelle aufgesucht. Dabei wurde versucht, die betroffenen Personen ins Gespräch zu verwickeln. In zwei der Fälle traten die Staatsschützer zu zweit auf, in einem alleine. In allen Dreien stellten sie sich als Mitarbeiter der Kriminalpolizei vor und ignorierten, dass die Betroffenen von Anfang an klar machten, dass sie nicht mit ihnen reden wollen.

Im ersten Fall wurde ein Beamter an der Wohnungstür abgewiesen. Doch dieser setzte sich einfach frech auf die Treppe im Treppenhaus und schwadronierte weiter. Der in diesem Fall Belästigte war kurz zuvor auf dem Unisportplatz mit der Beschuldigung, von einer Baustelle Baustoffe entwendet zu haben, festgenommen worden. Einen Tag nach dieser Festnahme waren zwei Beamte schon einmal bei dem Betroffenen zu Hause aufgetaucht. Dieser war allerdings nicht anwesend und die Beamten hatten deshalb mit der Mutter den zweiten „Termin“ ausgemacht. Da der Betroffene nicht wusste worum es ging, war er dann zu Hause. Der Beamte sprach dann auch zunächst über den angeblichen Diebstahl. Da der Betroffene darüber nicht reden wollte, wurde der Beamte deutlicher und begann Drohungen auszustoßen. Er fing an, den angeblichen Diebstahl mit irgendwelchem „Terrorismus“ in Verbindung zu bringen und drohte mit Konsequenzen – nicht nur für die Ausbildung des Betroffenen, sondern gleich für die ganze Familie. Da der Betroffene sich davon nicht beeindrucken ließ, steigerte der Beamte seine Drohungen. Er könne dafür sorgen, dass der Name des Betroffenen in der Presse im Zusammenhang mit „Terrorismus“ erscheine und dieser vom BKA mit dem Hubschrauber abgeholt werde und so weiter.
Nachdem der Betroffene weiterhin ein Gespräch verweigerte und erneut darauf drängte, dass der Beamte endlich gehen solle, verabschiedete sich dieser mit den Worten: „Wenn sie nicht mit mir reden wollen, dann ist ab jetzt der Kampf angesagt. Wir werden uns in den nächsten Wochen und Monaten öfter sehen.“

In einem weiteren Fall kamen zwei Beamte in das unabhängige Jugendzentrum (UJZ) Kornstr. und wollten mit einem der Mitarbeiter reden. Auch dieser stellte gleich zu Anfang fest, dass er nicht mit ihnen reden muss und ihnen nur seinen Namen sagen werde. Allerdings wurde dies erneut von den Beamten ignoriert. Anstatt zu gehen, präsentierten sie eine Akte mit sieben Fotos, die ihn angeblich bei der diesjährigen Demo gegen das Sommerbiwak mit einem Transparent mit der Aufschrift „Kriegsgerät interessiert uns brennend“ zeigen.
Dies stelle in dem Kontext des Brandanschlags auf Bundeswehrfahrzeuge am 06.06.2012 in Hannover eine Billigung von Straftaten dar. Da der Betroffenen trotzdem nicht mit ihnen reden wollte, fingen die Beamten an zu drohen, dass der Spass vorbei sei, es schließlich um „Terrorismus“ gehe, auch die Staatsanwaltschaft sich für diese Billigung von Straftaten interessiere und darüber hinaus sicher auch die Stadt Hannover nicht begeistert sei, was er, als Mitarbeiter des UJZ, in seiner Freizeit treibe. Erst als der Betroffene sich daraufhin verabschiedete und die Beamten alleine vor dem UJZ stehen ließ, verdrückten sich die Staatsschützer.

In dem dritten Fall tauchten erneut zwei Beamte der Kripo bei der Arbeitsstelle eines Betroffenen auf. Auch dieser stellte sofort klar, dass er nicht vorhabe mit den Beamten zu reden.
Daraufhin fragten sie, ob dem Betroffenen „der Brandschlag in Hannover“ bekannt sei. Der antwortete er habe davon in der Zeitung gelesen. Die Beamten fingen wiederum an zu erzählen, dass es sich um eine ernste Sache handele und versuchten den Eindruck zu erwecken, dass der Betroffene beschuldigt sei, damit in Verbindung zu stehen. Sie versuchten ein Szenario aufzubauen, in dem der Betroffene keine Handlungsoptionen mehr habe und kooperieren müsse um Schlimmeres zu vermeiden.
Der Betroffene, der 2009 der versuchten Brandstiftung am Rosenpavillon im Stadtpark, den Ort des Sommerbiwaks, beschuldigt war, wurde nach einem Alibi für die Nacht des diesjährigen Brandanschlags auf Bundeswehrfahrzeuge gefragt. Als dieser wiederum die Aussage verweigerte wurde zunächst gedroht, ihn mit zur Wache zu nehmen. Da auch diese leere Drohung keine Wirkung zeigte und der Chef des Betroffenen sich solidarisch einmischte, zogen die Beiden, mit der Ankündigung ihn staatsanwaltlich vorladen zu lassen, ab.

Es kann davon ausgegangen werden, dass diese Aktivitäten des Staatsschutzes in Verbindung mit dem Brandanschlag auf Bundeswehrfahrzeuge in Hannover stehen. Der Presse war zu entnehmen, dass der niedersächsische Innenminister Schünemann angeordnet hat zu prüfen, ob wegen §129a bzw. §129 (terroristische/kriminelle Vereinigung) ermittelt werden kann und dass es bisher keine heiße Spur zu den Täter_innen gibt. Nun scheint der Staatsschutz massiv unter Handlungsdruck zu stehen und im Nebel zu stochern. Darüber hinaus ist es ein übliches Vorgehen des Staatsschutzes, jeden Vorwand zu nutzen, um neue Einblicke in linke Zusammenhänge zu gewinnen. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass noch mehr Leute belästigt werden. Die Beamten versuchten die bisher Aufgesuchten massiv zu bedrohen und sie so dazu zu bewegen irgendetwas zu sagen.
Niemand braucht mit der Polizei und ihrem Staatsschutz zu reden. Niemand muss polizeilichen Vorladungen folge leisten. Ihre Drohungen laufen ins Leere, wenn ihr euch nicht einschüchtern lasst. Wenn ihr angequatscht werdet, sprecht mit Freundinnen und Freunden darüber und wendet euch an die Rote Hilfe. Die Drohungen des Staatsschutzes verfehlen ihre Wirkung, wenn ihr sie öffentlich macht und mit eurem Umfeld einen gemeinsamen Umgang damit findet.
Wir empfehlen allen, die vom Staatsschutz belästigt werden, dringend von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch zu machen und, wenn dies ignoriert wird, sich dem Gespräch so schnell wie möglich zu entziehen.
Falls ihr schon Besuch bekommen habt, wendet euch so schnell wie möglich an die Rote Hilfe.
Auch wenn es dabei zu Aussagen gekommen sein sollte, ist es wichtig darüber zu reden. Es ist besser im Nachhinein einen gemeinsamen Umgang mit eventuellen Aussagen zu finden, als zu versuchen alleine mit dem Druck fertig zu werden. Falls ihr von Freund_innen gehört habt, dass sie belästigt wurden, ermutigt sie sich an die Rote Hilfe zu wenden. Der Staatsschutz versucht uns zu vereinzeln und uns unter Druck zu setzen, aber gemeinsam können wir uns wehren.

Die Ortsgruppe Hannover der Rote Hilfe trifft sich jeden 1. Sonntag im Monat ab 16 Uhr im UJZ Korn. Oder vereinbart einen Termin per Mail. Dabei solltet ihr nur um einen Termin bitten – ihr solltet in der Mail noch nichts zu dem Anlass schreiben.

hannover[ät]rote-hilfe.de

www.rh-hannover.de.vu

www.aussageverweigerung.info

Die HAZ hetzt weiter

Bereits am 26.06.2012 hatte der Antimilitaristische Aktionskreis Region Hannover (AMAK) zur Pressekonferenz eingeladen, um über die Protestdemonstration und Kundgebungen gegen das Sommerbiwak der Bundeswehr am 29.6. zu informieren. Gekommen waren JournalistInnen der Madsack-Medien (Hannoversche Allgemeine und Neue Presse) und von Hitradio Antenne. Die AMAK-VertreterInnen stellten dar, was am Tag des Sommerbiwaks an Protesten in Hannover geplant ist und auch was AMAK außerden an weiteren Aktivitäten entwickelt, in Wunstorf, Neustadt und vor der Feldjägerschule in Hannover. Doch daran waren die Madsack-JournalistInnen wenig interessiert – eine Vertreterin meinte, sie hätte keine Zeit – und kamen zu dem Punkt, um den es ihrer Meinung gehen sollte: den Brandanschlag auf Bundeswehrfahrzeuge in Hannover. Nur hat der mit AMAK und den geplanten Kundgebungen und Demonstrationen gar nichts zu tun. Folgerichtig entstand eine Auseinandersetzung um die Manipulationen und die Hetze der HAZ … Ein Audio-Mitschnitt wirft ein Licht auf Arbeitsweise und Auftreten hannoverscher MainstreamjournalistInnen und -medien. Am Schluss ist noch ein Interview zu hören, das Hitradio Antenne führte, nachdem die Madsack-JournalistInnen gegangen waren. Ein Zeitdokument: Ungeschnitten.
zum Audio-Mitschnitt

Heute hat die HAZ nochmal einen draufgelegt. Nachdem am Mittwochabend die Bundeswehr Bigband in Bad Nenndorf gestört wurde, kann man heute in der HAZ von einem Anschlag auf die Bundeswehr-Band lesen.

„Die Sicherheitslage rund um das Sommerbiwak der 1. Panzerdivision heute im Stadtpark ist angespannter denn je. Denn erneut hat es einen massiven Zwischenfall im Vorfeld des Festes gegeben. Bei einem Konzert der Big Band der Bundeswehr am Mittwochabend in Bad Nenndorf haben sogenannte Antimilitaristen Rauchbomben vor der Bühne gezündet und die Musiker mit faustgroßen Handsirenen beworfen.“ HAZ 29.06.2012

Da wird aus einer simplen Transparentaktion mit einem Rauchtopf schon mal ein Anschlag. Aus einem Taschenalarm auf der Bühne, werden faustgroße Handsirenen, die angeblich auf die Musiker geworfen wurden und aus einer Pressemitteilung zu der Aktion wird ein Bekennerschreiben.
Na dann Herzlichen Glückwunsch für zu soviel Denunzantentum. Das Ziel den antimilitaristischen Widerstand in Hannover zu spalten und das AMAK zur Distanzierungen zu bewegen hat die HAZ trotzallem nicht erreicht. Aber vielleicht überlegt sich der_die ein oder andere Militärfan nochmal ob er_sie sich der Gefahr aussetzen sollte das Biwak, in der angespanntesten Sicherheitslage, die es jemals gab, zu besuchen. Na dann: Terror, Terror Terror. Auf gehts jetzt ist Demo gegen Sommerbiwak und Militär.

BW Bigband in Bad Nenndorf gestört – Krieg beginnt hier

„Musik bewegt uns Menschen und bringt uns einander näher. Diesem herausragenden Orchester gelingt dies bei jedem Konzert und bei jedem Einsatz, den die Big Band der Bundeswehr in offiziellem Auftrag zur Nachwuchsgewinnung und Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr übernimmt. Damit trägt sie deutlich zur positiven Darstellung des Bildes unserer Streitkräfte im In- und Ausland bei.“ ehem. Kriegsminister Franz Josef Jung

Bei ihrem Auftritt in Bad Nenndorf, am 27. Juni 2012, hatten sich allerdings auch eine handvoll Antimilitarist_innen vorgenommen, den Menschen ihren Widerstand gegen Bundeswehr und Krieg näher zu bringen. Diese trugen deutlich dazu bei, die positive Darstellung des Bildes der Streitkräfte und die kriegerische Normalität zu stören.
Um 20:10 wurde ein Transparent vor der Bühne entrollt, ein Rauchtopf fand seinen Weg vor das Orchester und die Big Band gab sich größte Mühe ohne Unterbrechung zu spielen, um nervige Piepsgeräusche und eine Sirene zu übertönen. Nach nur einer Minute bewegten sich die Menschen und kamen einander näher. Zivile und Uniformmenschen klauten gemeinsam das Transparent und entführten zwei Antimilitaristen.
Da die Sirene aber samt eines weiteren Antimilitaristen in einem Baum kurz hinter der Bühne geortet wurde, war der Spaß noch nicht vorbei. Obwohl ein sehr eifriger Feuerwehrmann sofort den Baum hoch kletterte, vergingen weitere 10 Minuten bis eine Leiter besorgt war und die Sirene zerstört werden konnte.
Der nun sirenenlose Antimilitarist verließ den Baum freiwillig und wurde ebenfalls entführt.
Alle drei sind gegen 1 Uhr wieder frei gelassen worden.
Bei dem Konzert in Bad Nenndorf war der Eintritt frei und es wurden Spenden zugunsten der Kinder- und Jugendfeuerwehren im Landkreis Schaumburg gesammelt. Das Zitat von Jung macht jedoch hinreichend klar, dass vermeintliche Benefizveranstaltungen der Big Band Propagandaeinsätze zur Legitimierung von Krieg und Militär sind.
Die Aktion zeigt, dass es auch mit wenigen Leuten möglich ist, die kriegerische Normalität kurzzeitig zu stören.

„Wir rufen auf, aktiv ein­zu­grei­fen in die krie­ge­ri­sche Nor­ma­li­tät und die zahl­lo­sen zi­vil­mi­li­tä­ri­schen Ver­flech­tun­gen. Der Fokus un­se­rer Kam­pa­gne liegt auf der er­wei­ter­ten In­fra­struk­tur und der ideo­lo­gi­schen Le­gi­ti­mie­rung von mi­li­tä­ri­scher Ge­walt. Wir wol­len die ver­schie­den Fa­cet­ten die­ser Herr­schafts­si­che­rung sicht­bar ma­chen, stö­ren und an­grei­fen. Das Vor­be­rei­ten, Üben und Ko­or­di­nie­ren von Krieg, das Pro­du­zie­ren, Trans­por­tie­ren, For­schen, Wer­ben und Re­kru­tie­ren für den Krieg fin­det di­rekt vor un­se­ren Augen statt. […]
Öf­fent­li­che Auf­trit­te der Bun­des­wehr, bei Stadt­fes­ten, Kon­zer­ten der Mi­litär­mu­sik­korps, Re­ser­vis­ten­ver­an­stal­tun­gen in­mit­ten der „Zi­vil­ge­sell­schaft“ sowie das „hilfs­tä­ti­ge“ Un­ter­wan­dern und Ko­or­di­nie­ren von zi­vi­ler In­fra­struk­tur in Kran­ken­häu­sern und beim Ka­ta­stro­phen­schutz, kön­nen ver­hin­dert wer­den. […] Es geht nicht nur darum, das Ge­sicht des Krie­ges mit all sei­nen zer­stö­re­ri­schen und töd­li­chen Kon­se­quen­zen offen zu legen, son­dern vor allem darum deut­lich zu ma­chen: Krieg be­ginnt hier – war starts here – und ist hier auf­zu­hal­ten.

Kriegs­trei­be­rei und Mi­li­ta­ri­sie­rung
mar­kie­ren, blo­ckie­ren, sa­bo­tie­ren!“

aus dem Aufruf: Krieg beginnt hier!

Die nächste gute Gelegenheit dazu ist das Sommerbiwak diesen Freitag, den 29. Juni in Hannover.

Und auch nicht vergessen am 04. August mal wieder nach Bad Nenndorf fahren und den Naziaufmarsch endlich verhindern!

Wer auch mal in den Genuss eines Bundeswehr Big Band Konzertes kommen will, findet auf ihrer Homepage alle Termine. Für etwaige akustische Störversuche sei noch angemerkt, dass die Big Band Aufgrund der massiven technischen Verstärkung dazu in der Lage ist, sehr laut zu sein. Auf Grund dessen ist der Einstieg in eine Aufrüstungsspirale ausnahmsweise ratsam.
bigband-bw.de/bigband-bw/tourplan.php

HAZ zu der Aktion 29.06.2012

…mit der Traditionspflege der Bundeswehr unvereinbar – Deserteursgedenken

Seit vielen Jahren beschäftigen sich Aktive des Friedensbüros Hannover und der DFG-VK mit der Geschichte der hannöverschen Deserteure. Im September 2011 erschien dazu ein Sachbuch, welches die Forschungsergebnisse zusammenfasste. Belegt ist danach für mindestens 15 Soldaten, die wegen Wehrkraftzersetzung, Kriegsverrat oder Desertion durch die NS-Militärjustiz zum Tode verurteilt wurden – der Ort der Hinrichtung. Hannover – genauer der alte Schießstand auf dem Kasernengelände in Hannover Vahrenheide, auf dem sich heute die Emmich-Cambrai-Kaserne befindet (damals geteilt in Kriegsschule, Emmich-Kaserne und Cambrai-Kaserne). Inzwischen ist der Ort an der Kugelfangtrift die zentrale Ausbildungsstätte der Feldjäger der Bundeswehr.

Naheliegend, das als Ort des Gedenkens an dieses Unrecht auch dieser Ort zentrale Bedeutung haben müsste.
weiterlesen bei verqueert.de

Doku: Krieg beginnt hier – Für ein entmilitarisiertes Hannover!

Am frühen Mittwochmorgen wurde ein Teil des Fuhrparks des Dienstleistungszentrum der Bundeswehr in Hannover abgerüstet. Sechs Lkw, drei VW-Busse und vier Pkw gingen in Flammen auf. Einen Tag nach dem Brandanschlag auf Bundeswehrfahrzeuge in Vahrenheide ist bei mehreren Medien ein Bekennerschreiben eingegangen.

junge Welt dokumentiert im Wortlaut ein Schreiben zum Feuer auf einem Bundeswehrversorgungspark in Hannover, das die Redaktion am Donnerstag erreichte:

Krieg beginnt hier – Für ein entmilitarisiertes Hannover!

Am Morgen des 6. Juni 2012 haben wir auf dem Gelände des Versorgungszentrums der Bundeswehr am Alter Flughafen in Hannover-Vahrenheide Feuer gelegt, um den Fuhrpark abzufackeln.

Die Bundeswehr ist seit dem Krieg in Jugoslawien 1999 an verschiedenen Kriegsschauplätzen im Einsatz. Diese Kriege sind räumlich und zeitlich entgrenzt. Der Ausnahmezustand ist Normalzustand. Krieg ist zum zentralen Ordnungsinstrument zur Sicherung der kapitalistischen Weltwirtschaft geworden. Der »Krieg gegen den Terror« sollte die Menschen auf den permanenten globalen Krieg einstimmen. Er dient der Aufrechterhaltung des ungehinderten Transports von Rohstoffen und Waren. Er dient sowohl der Zerschlagung ökonomisch nicht verwertbarer Strukturen als auch der »Stabilisierung« staatlicher Strukturen in Regionen, die von Bürgerkriegen und unkontrollierten Flüchtlingsströmen bedroht sind. Deutschland nimmt in der Atalanta-Mission der EU in Somalia mit der Fregatte Berlin eine führende Rolle ein. Seit Mitte Mai beschießen EU-Truppen auch »Piraten-Stellungen« an Land.
Neben der direkten Kriegsbeteiligung setzt Deutschland auch mit seinen Rüstungsexporten auf vielfache militärische Eskalation. Mit der Lieferung von Leopard-2-Panzern an Saudi-Arabien stärkt die Bundesregierung gezielt konservative Kräfte in der militärischen Zuspitzung sozialer Konflikte. Die aktuelle U-Boot-Lieferung an Israel im sich verschärfenden Konflikt mit dem Iran ist ein weiteres Beispiel aktueller Kriegspolitik.
Der permanente Krieg hat zur Militarisierung der westlichen Metropolen geführt und seine Spuren auch im Alltagsbewußtsein hinterlassen. Seit 9/11 und dem »war on terror« sind koloniale Bilder und rassistische Stereotype allgegenwärtig. Muslime »mit Bart und Kopftuch« sind zum Feindbild der westlichen Welt schlechthin avanciert. Die polarisierten Debatten werden zunehmend durch die Logik des Krieges bestimmt: Schwarz-Weiß-Denken im erzwungenen Entweder-Oder. Alternativlos erscheint auch die zivil-militärische Zusammenarbeit z.B. von »Hilfsorganisationen« mit der Bundeswehr. NGOs, die sich dem Konzept der »vernetzten Sicherheit« nicht unterwerfen, droht die Streichung öffentlicher Gelder.
Eine Armee, die zur globalen Aufstandsbekämpfung ausgebildet ist, wird ebenfalls gegen innere Feinde eingesetzt. Der Einsatz von Tornados gegen die Demonstrationen in Heiligendamm war nur ein spektakulärer Auftakt.
Die Aussetzung der Wehrpflicht hat die Probleme, militärischen Nachwuchs zu gewinnen, verschärft. Die Bundeswehr verstärkt daher ihre Rekrutierungsversuche an Schulen, Universitäten und Arbeitsämtern. Überall, wo das Militär ins Zentrum der Gesellschaft drängt, ist Widerstand möglich. Krieg beginnt, wo die Bundeswehr Kriege vorbereitet, Unternehmen Waffen produzieren, Universitäten Kriege erforschen, überall wo Kriege beworben und legitimiert werden.
Vielfältiger Widerstand bedeutet markieren, blockieren, sabotieren. Krieg wird nur aufgehalten, wo er erdacht, geplant und koordiniert wird, im Herzen der Bestie. Was wir hier sabotieren, kann woanders keinen Schaden anrichten.
Im Mittelpunkt des antimilitaristischen Widerstandes in Hannover stand in den letzten Jahren das Sommerbiwak der 1. Panzerdivision. Die Proteste haben einiges erreicht. Es gab erfolgreiche Mobilisierungen und Aktionen. Es scheint aber, daß die Aktivitäten gegen das Biwak nun einen Höhepunkt überschritten haben. Leider befürchten wir, daß die Verlegung des Stabes der 1. Panzerdivision, der größten Einheit des Heeres, die als Leitdivision deutsche Auslandseinsätze organisiert, nach Oldenburg zu einer Abkühlung antimilitaristischer Aktivitäten führen wird.
Ob das Sommerbiwak nun weiter in Hannover stattfinden wird, wissen wir nicht. Wir halten es aber für wichtig, mit unserer Aktion ein klares Zeichen für eine kontinuierliche und weiterführende antimilitaristische Politik und Praxis zu setzen, die über das Biwak hinausweist. Denn Hannover bleibt weiterhin ein wichtiger Standort für die Bundeswehr. Hier befindet sich die zentrale Feldjägerschule und, in der Region, der Fliegerhorst Wunstorf, ein Militärflughafen von strategischer Bedeutung.
Wir maßen uns nicht an zu glauben, unsere Aktion könnte an den aktuellen politischen Schwächen der antimilitaristischen Linken etwas ändern. Jedoch sehen wir uns weiterhin mit einer Bundeswehr konfrontiert, die auch aus Hannover in Kriege zieht, um Rohstoffe zu sichern und Handelsrouten zu beherrschen, einer Bundeswehr, die emsig trainiert, Revolten und Aufstände zu unterdrücken und niederzuschlagen.
In Anbetracht dieser Zustände und einer zudem immer enger werdenden Zusammenarbeit ziviler und militärischer Strukturen werden wir nicht dasitzen und zusehen. Krieg beginnt auch in Hannover! Erst wenn Hannover sich bedingungslos zur militärfreien Stadt erklärt, geben wir Ruhe – um dann an anderer Stelle widerständig gegen Krieg und Militarisierung vorzugehen.

Soziale Revolution gegen Krieg und kapitalistische Barbarei!
Sommerbiwak angreifen! Bundeswehr abfackeln!

Schreiben
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Brandanschlag auf Fuhrpark der Bundeswehr

„Bei einem Brand im Bundeswehr-Dienstleistungszentrum in Vahrenheide/Hannover sind am Morgen 13 Fahrzeuge zerstört worden. Der große Löscheinsatz der Feuerwehr verhinderte, dass die Flammen auf weitere Fahrzeuge übergriffen. Die Polizei geht von einem Brandaanschlag aus. Nach ersten Schätzungen der Einsatzkräfte ist dabei ein Sachschaden von rund 600 000 Euro entstanden.
Wie die Polizei mitteilte, waren insgesamt 13 Fahrzeuge der Bundeswehr, darunter sechs Lastwagen und drei Kleintransporter, in Flammen aufgegangen und zum Teil komplett ausgebrannt. Rund 50 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen. Menschen wurden nicht verletzt.
Ermittler der Kripo entdeckten im Zaun ein Loch. Bisherigen Ermittlungen zufolge waren die Unbekannten nach Durchtrennen des Maschendrahtzaunes auf das Gelände gelangt und hatten anschließend offenbar die Fahrzeuge mittels Brandbeschleuniger angezündet.“ ( NP )

Foto aus NP

NP

HAZ

NDR mit Video

Dokumentation des Bekenner_innenschreibens

KOMMT ZUM INTERNATIONALEN ANTIMILITARISTISCHEN CAMP GEGEN DAS GEFECHTSÜBUNGSZENTRUM DER BUNDESWEHR (GÜZ)!

Das GÜZ ist für Bundeswehr, NATO und EU ein zentraler Ort. Hier beginnt der Krieg, der weltweit geführt wird. Wir wollen das Camp zu einem zentralen Ort der Bündelung antimilitaristischer Kämpfe machen. Eingeladen sind alle, die der zunehmenden Militarisierung entgegentreten wollen. Wir werden unsere unterschiedlichen Analysen und Zugänge diskutieren und gemeinsam praktische Erfahrung im sabotieren des Krieges machen.

KRIEG BEGINNT HIER, WIR WOLLEN IHN HIER
MARKIEREN, BLOCKIEREN, SABOTIEREN!

Das GÜZ Altmark bei Hillersleben/Magdeburg ist der modernste Truppenübungsplatz Europas. Von Kämpfen in Städten bis zum Gefecht von Panzergruppen werden hier militärische Interventionen von Luft- und Bodenmilitärtrupps simuliert. Der Betreiber „Rheinmetall Dienstleistungszentrum Altmark“ vermietet das Gelände an die Bundeswehr und andere europäische Armeen, ist Dienstleisterin der gesamten Technik und Logistik und leistet die Vorarbeit für die militärischen Analysen. Hier wird Krieg geübt, ausprobiert, vorbereitet. weiter lesen und mehr Infos zum Camp