Archiv für Februar 2012

Antimilitarismus in Hannover

Diese Seite soll gruppenübergreifend über den antimilitaristischen Widerstand in Hannover informieren. Auf der Startseite gibt es Berichte zu Aktionen, Texte und Ankündigungen. Außerdem gibt es ein Archiv mit allen Artikeln zu antimilitaristischen Aktivitäten in Hannover seit 2001, die wir auftreiben konnten und eine Terminübersicht, eine Text-, eine Material- und eine Linksammlung.
Und das autonome Blättchen ist zu Gast auf unserer Seite.
…seht euch um

Wer nur Eins sieht, übersieht unendlich viel

Eins ist die Summe unendlich vieler kleinerer Zahlen
Wer nur Eins sieht, übersieht unendlich viel

Gegen jeden Antisemitismus! – Gegen jeden Staat! – Gegen jeden Krieg!

Wie sollen wir bloß anfangen, einen Beitrag zu einer Debatte zu schreiben, zu der zwar schon viel geschrieben wurde, innerhalb derer viele Akteur_innen aber anderen als ihren eigenen Sichtweisen und Argumenten gar nicht zugänglich scheinen? Wir tun uns schwer damit, Positionen auszuformulieren. Denn wir befürchten, dass unser Anliegen von denjenigen, die sich auf beiden Seiten um einfache Antworten und Positionierungen bemühen, denunziert werden wird. Wir wollen uns jedoch nicht einem der vereinfachten Weltbilder anschließen bzw. innerhalb einer kriegerischen/bipolaren Ordnung einsortieren. Deshalb halten wir es für nötig, uns um eine differenzierte Positionierung zu bemühen.
Vor dem Hintergrund einer immer wahrscheinlicher werdenden kriegerischen Eskalation des Konfliktes zwischen Israel, den USA, der EU und dem Iran befürchten wir eine weitere Zuspitzung innerlinker Konflikte als Folge eines Bedürfnisses nach einfachen Antworten und einer Positionierung „auf der richtigen Seite“. Dies geht einher mit einem erstaunlichem
Desinteresse an den Verhältnissen in der Region.
Wir fürchten uns vor dem Umschwenken des latent in Deutschland und Europa grassierenden Antisemitismus zu offen ausgelebten antisemitischen Denkmustern, Gewalt und Vernichtungswünschen, wir fürchten uns vor Positionierungen von Teilen der Linken und der Friedensbewegung, die dem Antisemitismus zumindest Anknüpfungspunkte bieten, wir
fürchten uns aber auch vor der ideologischen Legitimation von Krieg durch die Positionierung anderer Teile der Linken an der Seite einer Kriegspartei.
Lange haben wir unseren Mund gehalten – nicht weil wir keine Meinung hätten, sondern weil wir schlicht nicht wissen, wie wir sie so ausformulieren können, dass sie dazu anregt, Positionen zu überdenken und zu diskutieren, anstatt in Abwehrreflexen verkürzte Weltbilder zu verteidigen oder uns innerhalb dieser einzusortieren und anzufeinden.
Wir hoffen, wir können einen kleinen Beitrag zur Findung differenzierter Positionen leisten und würden uns freuen, wenn dies bei Anderen auf Interesse stößt.“

den vollständigen Text der „Temporären Autonomen Zelle“ weiterlesen
oder als PDF runterladen

Dokumentation: Glasbruch und Farbe gegen Bundeswehr in Oldenburg

„Wir haben in der Nacht vom 6. auf den 7. Februar 2012 die Scheiben des Bundeswehrgebäudes in der Ulmenstraße in Oldenburg zerstört und die Fassade mit Farbe verschönert. Mit dieser Aktion wollen wir den Stab der 1. Panzerdivision aus Hannover, der in den nächsten Jahren nach Oldenburg ziehen soll, herzlichst willkommen heißen.

Die 1. Panzerdivision ist einer der wichtigsten Bestandteile deutscher Kriegsführung, bei allen größeren Einsätzen mischen ihre rund 18.000 Soldat_innen mit. Abgesehen davon ist sie Schirmherrin des Sommerbiwaks, einer militaristischen Propagandaveranstaltung, die alljährlich in Hannover stattfindet. Die 1. Panzerdivision ist seit jeher Teil der Interventionskräfte – und das schon bevor die Umstrukturierung von einer Verteidigungsarmee zur Angriffsarmee begann. Sie war sozusagen Vorreiterin dieser Entwicklung, die Anfang der 1990er Jahre mit dem Ende der Blockkonfrontationen ihren Lauf nahm und nun mit der Neuverteilung von Einheiten und der Auflösung von Standorten ins Finale geht. Damit passt sich die Bundeswehr ihrem neu definierten Aufgabenfeld an – galt es vor 1990 noch, sich gegen Angriffe des Warschauer Paktes zu verteidigen, ist es nun oberste Prämisse, möglichst schnell überall auf der Welt eingreifen zu können. An das Märchen der „humanitären Einsätze“ zur „Verteidigung der Menschenrechte“ glauben wir schon lange nicht mehr. Es geht um die Durchsetzung geostrategischer Interessen in bester neokolonialer Manier, z.B. um günstige Rohstoffe für Deutschland und Westeuropa und die Sicherung ihrer Transportwege. Um das zu erkennen bedarf es weder ausgefeilter Analysen noch großartiger Verschwörungstheorien – es genügt, einen Blick ins aktuelle Weißbuch der Bundeswehr zu werfen oder den Reden des Verteidigungsministers zu lauschen.
Oldenburg hat als Garnisonsstadt Tradition, der Stab der 1. Panzerdivision ist nicht der erste hier stationierte Stab, der beim Führen von Kriegen im Auftrag deutschen Großmachtstrebens ganz vorne mit dabei ist. So war Jahre lang der Stab der Luftlandebrigade „Oldenburg“ hier zuhause.
Nach den Plänen de Maizières und den Träumen von Oberbürgermeister Schwandner und Kossendey, Staatssekretär im Verteidigungsministerium, wird Oldenburg nach wie vor ein wichtiger Standort der Bundeswehr bleiben. Noch streiten sich Oldenburg und Hannover um den Stab der 1. Panzerdivision. Für uns ist klar: wir werden der 1. Panzerdivision einen heißen Empfang bereiten, sollte sie wirklich hier her verlegt werden.
Natürlich geht es uns nicht nur um die prominente 1. Panzerdivision. Es muss darum gehen, alle hier stationierten Soldat_innen als das sichtbar zu machen, was sie sind: Menschen, die dazu ausgebildet werden, andere Menschen umzubringen.

Kaputte Scheiben und ein bisschen Farbe sind nur der Anfang. Lasst uns die künftig hier stationierten Soldat_innen gebührend empfangen! Die Möglichkeiten sind unerschöpflich: gesprühte Parolen, gestörte Bundeswehrkonzerte, ein brennendes Versorgungsamt, Pöbeleien, beschmierte Bundeswehreinrichtungen, gestreckte Mittelfinger, angezündete LKW, geklebte Plakate… Organisiert euch, lasst euch was einfallen und los!
Gegen Militarismus – in Oldenburg und überall! Für eine befreite, solidarische Gesellschaft jenseits von Rassismus, Patriarchat und Kapitalismus!“

1. APRIL: NATO GAME OVER

WAR STARTS HERE – Direct Action
against NATO-Headquater in Bruessel

Die Belgischen Genoss_innen von Vredesactie (Friedensaktion) und Bombspotting laden ihm Rahmen der internationalen Kampagne „War starts here“ vom 30. März bis zum 2. April nach Brüssel um nach gemeinsamer Vorbereitung in einer internationalen Aktion das NATO-Hauptquatier zu stürmen.
Die Gruppen, die das Vorbereiten haben es bereits mehrfach mit mehreren hundert Leuten geschafft auf das Gelände einzudringen und dort non-violent-action zu veranstalten.
Dazu muss man wissen, dass die die belgischen und weiteren international beteiligten antimilitaristischen (Friedens-)Gruppen nicht wirklich mit der deutschen Friedensbewegung vergleichbar sind. Sie sind wesentlich aktionistischer ausgerichtet. Ihr Konzept der non-violent-direct-action beinhaltet, die direkte Intervention an Orten der Kriegsvorbereitung und -führung, eine Absage an Gewalt gegen Menschen und eine Steigerung der öffentlichen Aufmerksamkeit durch vorheriges Ankündigen von Aktionen und ein offensives Führen von Prozessen im Nachhinein.

NATO GAME OVER HOMEPAGE
VREDESACTIE (beides auf Englisch)