Blutiger Empfang für Gäste des Sommerbiwaks

von indymedia
Den Kriegstreiber_innen einen blutigen Empfang…
… bereiteten am 07.08.2010 dreißig Antimilitarist_innen den Gästen des Sommerbiwaks der 1. Panzerdivision in Hannover.

Es ist 19:10h, der Soldat in der Paradeuniform, die Dame mit Hut und Galarobe, der Kapitalist im Abendanzug, die Stadtvertreterin im kleinen Schwarzen… Zusammen streben sie freudig dem Haupteingang des Hannover Congress Centrums entgegen. Eine Jazzkapelle trötet schwungvolle Willkommensmusik…
Doch kurz vor dem Eingang gerät der Strom der Gäste ins Stocken. Auf dem Boden liegen reglos 30 Frauen und Männer in Abendkleidern und Anzügen über und über mit Kunstblut verschmiert und blockieren den Zutritt. Daneben ein Transparent mit der Aufschrift: „Den Kriegstreiber_innen einen blutigen Empfang!“
Das Sommerbiwak der 1. Panzerdivision – die Eingreiftruppe des deutschen Heeres – wird von Bundeswehr und Stadtpolitik als „schönstes Gartenfest Europas“ verharmlost. Jährlich versammeln sich hier ca. 6000 Vertreter_innen aus Militär, Wirtschaft und Politik um den gesellschaftlichen Rückhalt der Bundeswehr zu demonstrieren.
Doch wer (sich) hier feiert, ist bereit über Leichen zu gehen, denn Krieg ist ein blutiges Geschäft. Das bekamen die Gäste hautnah zu spüren als sie an den blutverschmierten Aktivist_innen vorbei mussten. Eine halbe Stunde war so der Eingang zum Sommerbiwak als „Kriegsgebiet“ markiert.
Nach ca. 10 Minuten begann der „Abtransport der Leichen“ durch die Polizei. Nach und nach wurden die Antimilitarist_innen einzeln zum Aufstehen aufgefordert, teilweise weggeschleift oder getragen. So konnte die Blockade insgesamt eine halbe Stunde aufrechterhalten werden. Nach einer Personalienfeststellung mit Fototermin und einem Platzverweis, konnten die „Blutigen 28“ ihrer Wege ziehen.
„Ihr die ihr Kriege führt und feiert für eure Sicherheit, seit euch sicher, ihr seit nicht sicher! Keine Gitter, keine Uniformen, kein Dresscode, keine Polizei, keine Feldjäger, kein Geld schützt euch wirklich…!
Wo ihr auch auftaucht, macht euch klar, wir sind sicher auch schon da!“