Aktion gegen Patenschaft mit BW im Rathaus

von indymedia 01.09.2009
Wir haben heute die Rede von Bürgermeister Bernd Strauch, anlässlich des Antikriegstages im Rathaus Hannover, mit Transparenten, Zwischenrufen und Parolen-Schnippseln gestört.
Strauch hat erst vor vier Tagen für die Stadt Hannover, vor 6.000 Militarist_innen, beim Sommerbiwak der Krieg führenden 1. Panzerdivision, geredet. Strauchs Auftritt beim Antikriegstag ist für uns eine Provokation.
Die Veranstaltung, die der DGB und die Stadt Hannover zum Gedenken an den Überfall auf Polen vor 70 Jahren veranstaltete, wurde durch die Rede von Bürgermeister Bernd Strauch eröffnet.
Als Strauch mit seiner Rede begann, entrollten 4 Antimilitarist_innen direkt neben ihm ein Transparent mit dem Slogan: „Keine Patenschaft Hannovers mit der 1. Panzerdivision.“ Erfreulicher Weise klatschten spontan ziemlich viele der ca. 100-120 anwesenden Gäste.
Kurze Zeit später hing ein weiters Transparent von der Ballustrade im 1. Stock , hunderte Schnippsel mit Parolen, und einige Flyer regneten auf die Gäste herab. Außerdem wurde Strauchs Rede mehrmahls durch Zwischenrufe unterbrochen, die durch die hervoragende Akustik extrem laut waren. Dabei versuchte Stauch sogar auf die Zwischenrufe zu antworten.
„Schämen sie sich Herr Strauch, sie haben Blut an ihren Händen!“
„Entweder sie lassen mich jetzt mal aus reden oder…“
„Entweder sie hören auf mit Krieg zu führen oder sie sind ein Heuchler!“
Der Bürgermeister forderte die Antimilitarist_innen mehrfach auf die Transparente wieder einzupacken, traute sich aber nicht die anwesenden Polizisten aufzufordern zu räumen. Die Antimilitarist_innen erklärten, sie blieben solange wie Kriegstreiber Strauch rede. Nach ca. 10 Minuten beendete der Bürgermeister seine Rede und die Antimilitarist_innen verließen die Veranstaltung.
Vor der Tür wurde ihnen mitgeteilt, sie hätten Hausverbot und von Zwei Aktivisten wurden die Personalien aufgenommen.
Bürgermeister Strauch versucht, als Vertreter der Stadt, sowohl die Patenschaft mit der 1. Panzerdivision als auch die Kontakte zu den vielen friedliebenden Hannoveraner_innen, die nicht zuletzt in den Gewerkschaften organisiert sind, zu pflegen. Die Stadt Hannover glaubt wohl sie könne sowohl für den Frieden, als auch für den Krieg werben. Es ist eine Unverschämtheit zu glauben dies würde, den gegen Krieg engagierten Menschen, nicht auffallen.
Wir haben mit dieser Aktion mal wieder die Patenschaft Hannovers mit der 1. Panzerdivision öffentlichkeitswirksam angegriffen.
Unabhängig davon wie/ob die Presse auf die Aktion reagiert, hoffen wir sehr eine Disskussion innerhalb der Gewerkschaft angeregt zu haben.
Wir fordern den DGB auf, zukünftig keine Kriegstreiber der Stadt Hannover als Redner zu Antikriegsveranstaltungen einzuladen.
Wir fordern die Stadt Hannover auf, sich zu entscheiden: Entweder ernsthaftes Eintreten für Frieden, wozu die Beendigung der Patenschaft mit der 1. Panzerdivision ein erster Schritt wäre; Oder weiterhin Eintreten für Krieg und die Aufrechterhaltung der Patenschaft mit der, z.B. in Afghanistan Krieg führenden, 1. Panzerdivision.
Da realistischer Weise nicht damit zurechnen ist, dass Hannover die Patenschaft in naher Zukunft auflöst, werden wir weiterhin überall dort Auftauchen wo Kriegstreiber_innen auftreten.
(Entschuldigt bitte, dass nicht auch gegen den Mitveranstalter den „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge BV Hannover
“ protestiert wurde, der es mit Sicherheit auch verdient hätte.)

Indymediaartikel mit Bildern

Leserinbrief an die Haz zu der Aktion

PM Antimilitaristische Aktion Hannover:
Wir haben heute die Rede von Bürgermeister Bernd Strauch, anlässlich des Antikriegstages im Rathaus, mit Transparenten, Zwischenrufen und Parolenschnipseln gestört.
Herr Strauch hat erst vor vier Tagen vor 6.000 Militarist_innen, für die Stadt Hannover beim Sommerbiwak der Krieg führenden 1. Panzerdivision, geredet. Strauchs Auftritt beim Antikriegstag ist für uns eine Provokation. Herr Strauch versucht, als Vertreter der Stadt, sowohl die Patenschaft mit der 1. Panzerdivision als auch die Kontakte zu den vielen friedliebenden Hannoveraner_innen, die nicht zuletzt in den Gewerkschaften organisiert sind, zu pflegen. Die Stadt Hannover glaubt wohl, sie könne sowohl für den Frieden als auch für den Krieg werben. Es ist eine Unverschämtheit zu glauben dies würde, den gegen Krieg engagierten Menschen, nicht auffallen.
Wir fordern, den DGB auf, zukünftig keine Kriegstreiber der Stadt Hannover als Redner auf Antikriegsveranstaltungen einzuladen.
Wir fordern die Stadt Hannover auf, sich zu entscheiden: Entweder ernsthaftes Eintreten für Frieden, wozu die Beendigung der Patenschaft mit der 1. Panzerdivision ein erster Schritt wäre – Oder weiterhin Eintreten für Krieg und die Aufrechterhaltung der Patenschaft mit der, z.B. in Afghanistan Krieg führenden, 1. Panzerdivision.
In Anlehnung an Herrn Strauchs Rede beim diesjährigen Sommerbiwak stellen wir fest:
„Wir haben ein großes Herz, was den Frieden angeht, aber unser Herz wird enger wenn wir Kriegstreiber auf Antikriegsveranstaltungen reden hören.“