Archiv für August 2009

Angriff auf Polizeiwache und Kreiswehrersatzamt

zugeschickt von Liselotte Mayer
„Aus Protest gegen das Sommerbiwak, Krieg und die Hausdurchsuchung gegen einen Antimilitaristen letzte Woche haben wir gestern die Polizeiwache in der Höfestr. mit roter Farbe angegriffen und beim Kreiswehrersatzamt die Scheiben eingeschmissen.
Für eine Gesellschaft ohne Krieg und Repression“

Aktionstag gegen das Sommerbiwak

von Indymedia 29.08.2009
Gestern hat im Stadtpark Hannover das 36. Sommerbiwak der 1. Panzerdivision stattgefunden.
Gleichzeitig hatten antimilitaristische und friedenspolitische Gruppen zu einem Aktionstag aufgerufen. Daran beteiligten sich 400 Bundeswehrgegner_innen. Mit zwei Kundgebungen, einer Demo und zahlreichen Aktionen wurde versucht, den Kriegstreiber_innen das Gartenfest zu vermiesen. Erstmals gab es auch innerhalb des Biwaks Aktionen. Zu der Nachmittagskundgebung und der anschließenden Demo versammelten sich rund 400 Gegner_innen der Bundeswehr vor dem hannöverschen Kongresszentrum. Die 1. Panzerdivision ist laut ihrem Selbstverständnis die Speerspitze des deutschen Heeres; ihr unterstehen fast alle Soldat_innen des Heeres, die weltweit in Kriege geschickt werden.

Die Kundgebung wurde, wie schon in den letzten Jahren, nur in einigem Abstand zum Eingang des Sommerbiwaks genehmigt. Trotzdem gelang es, mit unseren Redebeiträgen und Jingles über die Mauern und Büsche hinweg, laut im Stadtpark hörbar zu sein.
Die anreisenden Gäste wurden angepöbelt, beschimpft und belästigt. Bei einer Agit-Prop-Aktion wurde ein Papp-Panzer reichlich mit Farbeiern eingedeckt – danach waren auch ziemlich viele Bullen rot gesprenkelt.
Zudem wurden auf Anfahrtswegen und Parkplätzen Leichenpuppen und abgetrennte Plastikhände verteilt.
Aufgrund der massiven und lauten Proteste im Vorjahr verlegte die Bundeswehr den Eingang zum Sommerbiwak erneut weiter nach hinten. Dass die Gäste nun schon durch den hintersten kleinen Eingang kommen mussten, zeigt, wie sehr sie sich real gestört fühlen.
Der Nachteil davon war allerdings, dass deutlich weniger Anreisende an der Kundgebung vorbei kamen.
Dafür konnten wir dieses Jahr eine Zwischenkundgebung auf Höhe des Gartenfestes durchsetzen. So mussten sich die Soldat_innen und ihre Kriegsfreund_innen nochmals lauthals beschimpfen lassen – und konnten nicht entrinnen… Das war ein eindeutiger Fortschritt bei der Gestaltung der Demo.
Erstmals ist es dieses Jahr gelungen innerhalb des Stadtparks Aktionen durchzuführen. 2 Aktivistinnen entrollten nach der Eröffnungsrede des Kommandanten ein Transparent mit der Aufschrift „Kein Frieden mit der Bundeswehr. Hannover und die Panzerdivision gemeinsam für Krieg, Folter und Vergewaltigung“. Nach kurzer Zeit wurden sie von Soldaten zu Boden gerissen und anschließend festgenommen. Kurz darauf verspritzte eine Antimilitaristin rote Farbe vor der Bühne, auf der Ministerpräsident Wulff und andere Prominenz olle Grußworte hielten. Umgeben von 6000 Feinden gab es leider auch für diese Aktivistin kein Entkommen. Das tut dem Erfolg, dass es gelungen ist, in den schwer bewachten Stadtpark „einzudringen“, keinen Abbruch. Schließlich geht es darum, der Dame mit Hut und dem Herrn im Frack an diesem Abend zu zeigen, dass sie überall angreifbar sind. Dass die hannöversche Presse die beiden Aktionen mit fetten Schlagzeilen bedacht hat zeigt, dass ein wunder Punkt getroffen wurde.
Im Rahmen der Abendkundgebung versammelten sich leider nur knapp 50 Leute zur Bepöbelung der abreisenden Militarist_innen. Das lag aber auch daran, dass viele Leute sich außerhalb der Kundgebung an vielen kleineren Aktionen gegen das Biwak beteiligt haben. So wurden in Bahnen und an Straßen Biwakgäste belästigt, Autos beschmiert,… was sonst noch so lief, wird sicher in den nächsten Tagen an die Öffentlichkeit kommen. Man munkelt, es sei so Einiges gewesen.
Es ist dieses Jahr nicht gelungen, mehr Leute auf die Straße zu bekommen, als im letzten. Der linksradikale Anteil der Demonstrierenden war sicher höher als bisher; es haben sich aber weniger Leute aus dem friedenspolitischen Spektrum beteiligt. Ob das an der negativen Berichterstattung über den versuchten Brandanschlag im Vorfeld des Biwaks, die anschließende Hausdurchsuchung oder die verschandelten Kriegsdenkmäler lag, muss diskutiert werden. Trotzdem sehen wir es als Erfolg, dass es mehr direkte Aktionen gegeben hat und daran keine Spaltung des Bündnisses stattfand.
Wenn es gelingt, die Kundgebung, die Demo und den Widerstand gegen das Sommerbiwak auch in Zukunft weiter zu entwickeln, halten wir es für eine realistische, langfristige Perspektive, die Bundeswehr aus dem Stadtpark zu drängen.

PM Antimilitaristischer Aktionskreis Hannover (AMAK)

Indymediaartikel mit Bildern


Neue Presse Artikel

Hannoversche Allgemeine

PM der Bullen

Redebeitrag der Roten Aktion Kornstraße zum Sommerbiwak 09

Soldat!
Du brauchst deine hässliche Uniform, um erst Soldat zu werden, um zum staatlich beauftragten Mörder zu werden, zur Tötungsmaschine für die Interessen Anderer.
Soldat!
Deine Uniform soll dir Macht verschaffen, soll dich unterordnen, überordnen.
Die Uniformierung ist Teil deiner Entmenschlichung, deiner Austauschbarkeit. Sie macht dich zur Marionette, zum mörderischen Deppen, zum Lamettaclown.
Die Uniform ist dein Mörderkittel, dein Schlächtergrau.
Unsichtbar soll dich das Durchfallbeige der Uniform im Wüstensande machen, das frühlingshafte Kotzegrün im Wiesenhaine.
Soldat!
Wenn deine Uniform vor rosa Farbe trieft, weil dich jemand angegriffen – das freut uns!
Wenn deine Uniform nach Gülle stinkt, weil jemandem dein Scheißkrieg missfälltt – das freut uns!
Wenn deine Rangabzeichen in der Gosse landen, weil sie dir jemand von der Schulter gerissen hat – das freut uns!
Wenn deine bekloppte Uniform in einer dreckigen Mülltonne gammelt, weil sie dir jemand weggenommen hat – Soldat, das freut uns! Das feiern wir!
Kriegsfreunde und -freundinnen!
Ihr schätzt eure modernden Kriegsdenkmäler als jährliche Kranzabwurfstelle.
Hier haust der Heldentod, hier sind die Täter Opfer.
Am Kriegsdenkmal, da ist der tote Held nicht längst vergammelt, da wird er täglich neu gebor‘n, wächst als Granitblock oder -Stele aus kurzgeschornem Rasen.
Kriegsfreund! Kriegsfreundin!
Wenn in die Poren eurer Kriegsdenkmäler rote Farbe sickert – das freut uns!
Wenn der reaktionäre Dreck eures Heldengedenkens nicht mehr zu lesen ist, weil jemand die Inschriften herausgemeißelt hat – das freut uns!
Wenn eure Kriegsdenkmäler in Seen gestoßen, zertrümmert und verschandelt sind – Kriegsfreunde und Kriegsfreundinnen, das freut uns! Das feiern wir!
Soldaten und Soldatinnen!
Ihr braucht eure Truppenübungsplätze damit das Töten und Zerstören, das euer Handwerk ist, gelingen kann.
Ihr braucht die Schießbahn und den Abwurfplatz, die Dörfer, die ihr baut, um das Erobern einzuüben.
Ihr braucht die engen Kellerlöcher, um Schikane und um Folter zu probieren;
und ihr braucht das weite Feld, damit der Panzerfahrer Panzerfahren kann.
Auf euren Übungsplätzen baut ihr High-Tec-Zentren, damit das Töten effizienter wird.
Soldaten und Soldatinnen!
Wir freuen uns, dass es gelungen ist, den Truppenübungsplatz in der Küritz-Neuruppiner Heide zu verhindern!
Wir freuen uns, dass der Widerstand gegen das sogenannte Bombodrom von Erfolg gekrönt war.
Wir freuen uns, dass ihr dort nicht eure lasergesteuerten Raketen aus 10.000 Meter in die Heide lenken könnt.
Es freut uns, dass das militärische Gerät auf dem Gelände immer wieder unbrauchbar gemacht wurde.
Wir freuen uns, weil tausende Menschen sich nicht von der militärischen Obrigkeit haben einschüchtern lassen.
Es freut uns, dass es auch andernorts Bürgerinitiativen und Widerstand gegen eure Gemetzelerprobungsplätze gibt – Soldaten und Soldatinnen, das feiern wir!
Konzern- und Wirtschaftslenker!
Eure Firmen bringen mörderische Fracht von A nach B. Ihr baut der Mördertruppe ihre Häuser, ihre Schießanlagen. Ihr macht den Reibach, wenn der Krieg in Freiheits Namen eskaliert.
Euch interessieren die Menschen nicht, die eure Munition verstümmelt und zerfetzt.
Die Commerzbank träumt vom militarisierten Staat und marschiert schon Hand in Hand im Gleichschritt mit dem Mörderpack.
Die deutsche Post will gern größter Rüstungstransporteur der Welt werden und dient sich speichelleckend und profiterwartend den Herren Generälen an.
Konzern- und Wirtschaftslenker!
Ihr braucht solch triste Feste, wie das Sommerbiwak, um im matten Glanz der muffigen Tarnnetze, eure Kontakte zu pflegen, zu schleimen, zu katzbuckeln, vom Kriegsgeschäft zu profitieren.
Kriegsprofiteure, Kriegsprofiteurinnen!
Wenn eure Transporter nichts mehr transportieren, weil jemand sie unbrauchbar gemacht hat, wie es ab und zu bei DHL geschieht, dann freuen wir uns!
Wenn eure heimlichen Treffen in die Öffentlichkeit gezerrt werden und sich Widerstand entwickelt, wie gegen den Celler Trialog, dann freuen wir uns!
Wenn eure Kunden woanders ihr Geld ausgeben, weil sie euch Kriegsgewinnlern nicht noch mehr in den Rachen schmeißen wollen, dann freut uns das!
Wenn eure Machenschaften ans Licht kommen, wenn das Getriebe des Krieges am Pranger steht, wenn es nicht mehr profitabel ist, ein Freund und Partner der Mordabteilung dieses Staates zu sein, dann freut uns das, dann feiern wir!
Vertreter und Vertreterinnen der Stadt Hannover!
Auch ihr wollt profitieren vom Mordsgeschäft des Krieges.
Die Armee im Einsatz, die Truppe im Schlamm, der Krieger und die Kriegerin am Abzug – die sollen euren Haushalt retten; da stopfen erschossene afghanistische Zivilisten das Löchlein im Stadtsäckel. Es treibt einem die Kotze hoch, bei so viel Niederträchtigkeit!
Vertreter und Vertreterinnen der Stadt Hannover!
Eure Patenschaft mit Hiroshima ist verlogenes Gutmenschengetue – hinterrücks freut ihr euch über blutreich abgeschlossenes Gemetzel, wollt ihr die Bundeswehr gern siegreich
mit Tschinderassabumm am liebsten auf der Hindenburgstraße im Gleichschritt Siegesmärsche trampeln sehen.
Andere lässt der Wirtschaftsfaktor Bundeswehr armselig zu schmierigen Heuchlern und Arschkriechern werden, die ihrer Firma den wohlverdienten Gewinn am dreckigen Kriegsgeschäft zuschustern wollen – wie praktisch, wenn man dann auch noch im Stadtrat sitzt, für eine Kriegstreiberpartei, für eine Kriegspartei – für Krieg.
Eure Patenschaft mit der 1. Panzerdivision ist Herrscherwille, ist Obrigkeitsbändelei, ist Schnittchenpolonaise bäuerlich welfischer Provinienz.
Nein, Herr Strauch, diese Patenschaft besteht nicht im Namen aller Hannoveraner und Hannoveranerinnen!
Wir, und viele Andere sagen: Nicht in unserem Namen!
Wenn die Rosen im Stadtpark nicht mehr für Menschenschlächter blühen, wenn kein Pavillon mehr kriegerische Ratsherren- und Frauen vor Wind und Wetter schützt, das freut uns!
Wenn vor dem hannoverschen Rathaus keine Bundeswehrpropaganda mehr Schüler und Schülerinnen in die Schlacht locken kann, weil sie längst im nächsten Mülleimer gelandet ist, dann freuen wir uns!
Wenn der Stadtrat die Patenschaft mit der 1. Panzerdivision kündigen muss, weil zehntausende Hannoveraner und Hannoveranerinnen sagen: Nicht in unsrem Namen! – dann freuen wir uns, dann feiern wir!
Wenn die 1. Panzerdivision hier nicht mehr öffentlich auftreten kann, ohne Schimpf und Schande und ohne Rauch- und Stinkbomben und ohne Trillerpfeifen und Sirenen, und wenn die 1. Panzerdivision hier nicht mehr öffentlich auftreten kann, ohne dass Gezeter und Gebrüll in ihren Ohren schmerzen, und ohne dass sie sich hinter Panzern und Stacheldraht verschanzen muss, dann freuen freuen wir uns, dann feiern wir!
Gäste des Sommerbiwaks dieser 1. Panzerdivision!
Ihr feiert ein schäbiges Fest im Schatten des Todes und im Glanz des Profits, der mit den Leichen steigt, die eure Bundeswehrmacht vorzuweisen hat.
Wir erbrechen, ob eurer Freude am Töten und Getötet werden. Uns ekelt vor der Scheinheiligkeit, mit der ihr Perlwein schlürfend, von Freiheit schwafelt, während ihr die Herrschaft meint.
Gäste des Sommerbiwaks!
Wenn ihr euch bald nicht mehr zu feiern traut, mit der 1. Mördertruppe, dann freuen wir uns, dann feiern wir!
Wenn euer Heimweg zum Spießroutenlauf wird, dann freuen wir uns!
Wenn ihr nach Hause kommt und an eurem Haus steht: „Kriegsgewinnler“, dann freuen wir uns!
Wenn eure Autos euch nicht mehr nach Hause rollen, wie die Panzer in die Schlacht, dann freuen wir uns!
Wenn blutrot euer Hab und Gut den Kriegspfad euch markiert, weil Antimilitaristen und Antimilitaristinnen zur Tat geschritten sind, dann freuen wir uns!
Wenn dieses miefige Sommerbiwak im Stadtpark bald Geschichte sein wird, das versprechen wir, dann werden wir feiern!

150 bei Solidemo wegen Hausdurchsuchung

von Indymedia 21.08.2009
ca. 150 Leute haben heute Abend in Hannnover spontan gegen Repression und Militarismus demonstriert.
Anlass war eine Hausdurchsuchung bei einem Antimilitaristen und seiner WG. siehe: http://de.indymedia.org/2009/08/258692.shtml
Ihm wird vorgeworfen an einem versuchten Brandanschlag im Stadtpark Hannover beteiligt gewesen zu sein. siehe: http://www2.de.indymedia.org/2009/08/258372.shtml
Dort feiert die 1. Panzerdivision am 28. August ihr Sommerbiwak.
Das Sommerbiwak ist seit mehren Jahren ein Kristallisationspunkt für antimilitaristischen Widerstand in Hannover. Neben dem geplanten Aktionstag gab es dieses Jahr auch schon im Vorfeld direkte Aktionen gegen Militarismus und das Biwak.
An der heutigen Demo beteiligten sich Leute aus dem friedenspolitischen Spektrum ebenso wie autonomen Gruppen und andere solidarische Menschen. Wir werten das als großen Erfolg, weil es gezeigt hat, dass der Widerstand gegen das Sommerbiwak sich nicht spalten lässt. Die Demo war ein deutliches Signal der Geschlossenheit. Dies ist nicht zuletzt Folge jahrelanger erfolgreicher Arbeit und gemeinsamer Erfahrungen im Umgang mit repressiven Polizeipraktiken.
Kommt nach Hannover und beteiligt euch am Aktionstag gegen das Sommerbiwak der 1. Panzerdivision. Start: 17:30 offensive Kundgebung vorm HCC / Stadtpark

Redebeitrag des von der Durchsuchung Betroffenen:
„Hallo, ich bin der Betroffene der Hausdurchsuchung.
Ich will gar nicht viele Worte verlieren, aber zu ein paar Dingen will ich doch etwas sagen. Es ist eine Scheißsituation in der ich mich gerade befinde und es gibt mir Kraft, dass spontan so viele Menschen zusammen gekommen sind und sich mit mir solidarisch zeigen. Ich habe nicht vor, mich von den Bullen unterkriegen zu lassen. In diesem Fall bin ich der Betroffene, aber gemeint sind wir alle. Das klingt wie eine hohle Phrase, aber auch heute hat sich wieder einmal gezeigt, dass es den Bullen nicht nur um die Aufklärung von Straftaten geht, sondern eben auch um die Einschüchterung linker Aktivist_innen und die Verhinderung von kontinuierlichem Widerstand.
In Hannover haben Menschen als Ausdruck des Widerstandes gegen das Sommerbiwak versucht einen Pavillon im Stadtpark anzuzünden. Sie haben also ein illegales Mittel gewählt um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen
Wenn die Bundeswehr in Afghanistan oder im Kosovo im Einsatz ist, dann ist das weder eine humanitäre Maßnahme noch eine Friedensmission – Es ist Krieg!
Im Gegensatz zu der mir vorgeworfenen Aktion ist Krieg ein legales Mittel der Politik in kapitalistischen Gesellschaften.
Hiermit will ich deutlich machen, dass es uns nur darum gehen kann, legitime und wirkungsvolle Mittel einzusetzen, um Kriege zu be- und bestenfalls zu verhindern – ohne uns durch die Frage von Illegalität oder Legalität Grenzen in unserm Handeln setzen zu lassen.
Verabschieden möchte ich mich von euch mit einem Zitat von Berthold Brecht das auch schon auf einem Soli-Plakat zum mg-Prozess verwendet wurde: „ Denn der Menschheit drohen Kriege, gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind, und sie werden kommen ohne jeden Zweifel, wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten nicht die Hände zerschlagen werden.“

Text des 2000 mal verteilten Flugblatts:
Kriminell sind die, die Kriege führen und nicht der antimilitaristische Widerstand!
Feuer und Flamme der Repression!
Am 28. August findet im Stadtpark das jährliche Sommerbiwak der 1. Panzerdivision statt.
Gegen dieses Fest der Kriegerinnen und Krieger gibt es seit einigen Jahren Widerstand. Neben Demonstrationen, Kundgebungen und kleinen Aktionen gab es im Vorfeld des diesjährigen Biwaks unter anderem hübsch verunstaltete Kriegsdenkmäler und einen versuchten Brandanschlag auf den Rosenpavillon im Stadtpark.
Angesichts der Tatsache, dass Deutschland weltweit Krieg führt, stellen diese Aktionsformen für uns einen legitimen Ausdruck antimilitaristischen Widerstands und Protests dar.
Heute Morgen durchsuchten Beamte und Beamtinnen des Staatsschutzes und der Bereitschaftspolizei eine WG in Hannover. Einem Antimilitaristen soll der versuchte Anschlag im Stadtpark in die Schuhe geschoben werden. Es wurden Gegenstände beschlagnahmt und eine DNA-Probe erzwungen.
Wir solidarisieren uns mit allen von Repression betroffenen Antimilitaristen und Antimilitaristinnen! Der Widerstand gegen das Sommerbiwak lässt sich nicht spalten!
Für uns gilt ohne Wenn und Aber: Kein Frieden mit der Bundeswehr und keine Feier mit der 1. Panzerdision.
Wiederentwaffnung durchsetzen – mit allen erforderlichen Mitteln.

Antimilitaristische Solidaritäts-Initiative Hannover“

Indymediaartikel mit Bildern

Hausdurchsuchung gegen Antimilitaristen

von indymedia 21.08.2009
Heute Morgen gegen 06:10 Uhr drangen Beamte des Staatschutzes und Bereitschaftsbullen in eine WG in Hannover ein. Sie hatten einen Durchsuchungsbeschluss gegen einen der Bewohner dabei. Ihm wird versuchte Brandstiftung im Stadtpark Hannover vorgeworfen. siehe http://www2.de.indymedia.org/2009/08/258372.shtml
Die Bullen beschlagnahmten einen Rechner und weitere Datenträger, ein Fahrrad, Kleidung, Plastikflaschen, Feuerwerkskörper, einen Rucksack, Zigarettenpapier und eine Armbanduhr.
Anschließend nahmen sie den Beschuldigten mit zur Wache und entnahmen auf richterlichen Beschluss DNA.
Die Bullen durchsuchten das Zimmer des Beschuldigten, Gemeinschaftsräume und den Keller. Außerdem legten sie dem Beschuldigten ein Foto vor, auf dem eine Person auf einem Fahrrad mit Eimern in der Hand zu sehen war. In dem Durchsuchungsbefehl steht: „Der Beschuldigte ist verdächtig am 11.08.2009 in Hannover 2 Eimer mit selbstgebrauten Molotowcocktails in einem Pavillion im Stadtpark deponiert und angezündet zu haben, wobei es zu keiner Explosion kam, da die Zündvorrichtung vorher erlosch“. Deswegen wird „wegen versuchter Brandstiftung u.a.“ ermittelt und es sollte nach „Kaufbelegen über die Eimer, Schablone zur Herstellung der Postkarte, Kleidung die beim Kauf getragen wurde, Gegenstände die zur Herstellung von Molotowcocktails gedient haben“ gesucht werden. Der beschuldigte Antimilitarist äußerte sich nicht zu den Vorwürfen und wurde nach der DNA-Abnahme wieder frei gelassen.
Darüberhinaus nahmen die Bullen die Zimmer der Mitbewohner_innen, inklusive das eines Kleinkindes, in Augenschein und verhinderten das Verlassen der eigenen Räume und Telefonate (außer ein Telefonat mit einer Anwältin, dass sie zunächst selber führten und dann dem Beschuldigten weiterführen ließen).
Auch wurde versucht die Mitbewohner_innen in Gespräche zur verwickeln.
Dazu wurden relativ plump Fragen gestellt wie: „Spielen Sie ein Instrument?“ und „Wie geht es eigentlich ihrer Schwester?“ u.a.
Eine Woche vorm Sommerbiwak hat der Staatschutz nun also zum Repressionsschlag ausgeholt.
Dabei muss klar sein, dass versucht wird den antimilitaristischen Widerstand in Hannover einzuschüchtern und zu kriminalisieren.
Dieser Angriff auf antimilitaristische Strukturen muss gemeinsam und solidarisch beantwortet werden.

Pressemitteilung der Bullen

Berlin: Antimilitaristische Ausladung von Kriegsfreunden

von indymedia 21.08.2009
Kein Ort für Kriegsverherrlichung
Antimilitaristische Ausladung des Freundeskreises des 33. Panzerbataillons

Gestern reiste der Freundeskreis des 33. Panzerbataillons zu einer dreitägigen Berlin-Besuchsreise, einer „Sicherheitspolitischen Informationsfahrt“, an und wurde beim Abendessen im Kindl-Biersalon am Kurfürstendamm von Antimilitaristen/innen mit deutlichen Worten NICHT-WILLKOMMEN geheißen. Der Freundeskreis wurde konfrontiert mit einem Transparent vor der Tür des Lokals, kleinen informativen Papierschnipseln für alle Gäste und einer Ablehnung verkündenden Rede, der Bundeswehr müsse das Rückgrat gebrochen und nicht gestärkt werden. Laut gerufen wurde die Parole: „Der Bundeswehr nur Schimpf und Schand, es gibt kein ruhiges Hinterland!“
Das 33. Panzerbataillon führt im Wappen die Palme, das Symbol des Afrika-Korps der Wehrmacht. Die Verbundenheit mit dem Traditionsverband des ehemaligen Afrika-Korps wird vom Freundeskreis betont. Der Freundeskreis stellt sich in diese faschistische Wehrmachtstradition und unterstützt gegenwärtige neokoloniale Kriege, indem er eine enge Bindung zwischen Familie und Militär darstellt. Der Freundeskreis des 33. Panzerbataillons arbeitet daran mit, in der Gesellschaft zunehmende Zustimmung für Kriegseinsätze zu schaffen, an denen sich seine Soldaten und Soldatinnen beteiligen, wie im Kosovo.
Das 33. Panzerbataillon ist eine Untereinheit der 1. Panzerdivision, die in Afghanistan über den Willen von ¾ der deutschen Bevölkerung hinweg Angriffskriegsgefechte führt. Seit der Umgestaltung der Bundeswehr zur weltweit einsetzbaren Interventionsarmee wurde die 1. Panzerdivision zur Eingreifdivision des deutschen Heeres, die auf drei Kontinenten im Einsatz ist. In Hannover wird zur Zeit von einem breiten Bündnis zu Demonstrationen gegen das 36. Sommerbiwak der 1. Panzerdivision aufgerufen, das am 28.08.2009 im Stadtpark und im Hannover Congress Centrum stattfindet. „Nicht in unserem Namen“ sagen hunderte von Hannoveranern/innen – eine Unterschriftenkampagne wird gerade gestartet – und widersprechen damit Hannovers Bürgermeister Bernd Strauch, der 2008 die Gäste des Sommerbiwak „im Namen aller 508.107 Hannoveraner“ begrüßte. Beim Sommerbiwak feiert die Bundeswehr mit den Eliten aus Wirtschaft und Politik sich selbst und pflegt die Kontakte. Doch sie bleibt nicht ungestört, wie die AktivistInnen gestern auch versprachen: „Wir sehen uns wieder in Hannover!“
Weder in Hannover, in Berlin noch an anderen Orten finden die Kriegstreiber Ruhe und Rückhalt. Antimilitaristische Proteste nehmen zu: Das Bombodrom in der Kyritz-Neuruppiner Heide wurde verhindert. Militärische Infrastruktur in Ramstein, Geilenkirchen, Büchel, Flughafen Leipzig, Gefechtsübungszentrum in der Altmark etc. sind seit langem Orte von Widerstand. Die öffentlichen Auftritte der Bundeswehr beispielsweise mit Gelöbnissen, Werbe-Trucks, Rekrutierungsmaßnahmen in Schulen und JobCentern treffen immer wieder auf Protest.
Es gibt keinen gesellschaftlichen Rückhalt für die Kriegseinsätze und die innere Militarisierung.
Bundeswehr aus der Öffentlichkeit vertreiben!
Der Bundeswehr das Rückgrat brechen!
Keine Ruhe für Militäreinsätze – nirgendwo.
Bundeswehr auflösen!
Auf ein Wiedersehen in Hannover!

8 Soldatendenkmäler Rosa angemalt

von Aktionsgruppe gegen Sommerbiwak, Militär und Patriarchat zugesendet

„Anlässlich des Sommerbiwaks der 1. Panzerdivision haben wir 8 Soldaten- und Militaristendenkmäler in Hannover mit rosa Farbe verziert.
Unsere Aktion richtet sich gegen Militarismus und Heldentum. Deshalb haben wir sowohl Denkmäler für deutsche Soldaten aus beiden Weltkriegen, als auch das eines preußischen Militaristen ausgewählt.
Der deutsche Militarismus hat mit dem Kolonalismus und zwei Weltkriegen immer nur Elend , Unterdrückung und Krieg hervorgebracht. Auch die aktuellen Auslandseinsätze der Bundeswehr, wie der Krieg in Afghanistan, sind keine „humanitären Maßnahmen“, sondern stehen in der ungebrochen blutigen Tradition deutscher Großmachtfantasien.
Wir haben antipatriarchale rosa Farbe für den neuen Anstrich gewählt um darüberhinaus den Zusammenhang zwischen soldatischem Heldentum und Geschlechterrollen aufzuzeigen.
Gerade Heldendenkmäler und Tapferkeitsmedallien verdeutlichen die Überschneidungen in der Konstruktion des tapferen Heldensoldaten und der Konstruktion von Männlichkeit.
Wir kämpfen für eine Gesellschaft ohne Militär, Heldentum und normierenden Geschlechterrollen.
Auch in Zukunft ist mit unserem Widerstand zu rechnen.

Aktionsgruppe gegen Sommerbiwak, Militär und Patriarchat


Indymediaartikel zu der Aktion mit Bildern

Versuchter Brandanschlag gegen Sommerbiwak

von indymedia 17.08.2009
Wie den lokalen Zeitungen zu entnehmen war, gab es vergangene Woche den Versuch eines Brandanschlags auf den „Rosenpavillion“, einem Gebäude im Stadtpark Hannover.
Am 28. August feiert die 1. Panzerdivision Hannover im Stadtpark und dem angrenzenden HCC ihr Sommerbiwak. Das Sommerbiwak ist ein alljährliches Gartenfest mit ca 6.000 geladenen Gästen aus Militär, Wirtschaft und Politik. Der Zweck des Sommerbiwaks ist die Akzeptanzsteigerung für die Bundeswehr und ihre Kriege. Seit einigen Jahren gibt es Protest und Widerstand gegen die Kriegstreiber_innenparty.
Da es keine anderen Quellen, als die beiden lokalen Zeitungen, gibt hier zwei kurze Zitate:
Die Neue Presse schreibt:
„Unbekannte versuchten, mit einem Benzinkanister einen Pavillon im Stadtpark anzuzünden, wo die 1. Panzerdivision Ende August mit viel Prominenz ihr Sommer-Biwak feiert. Gleichzeitig ging bei einer Zeitung in Hannover ein anonymes Schreiben ein.“
Die HAZ schreibt:
„Am Mittwoch erhielt die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ eine Postkarte, in der unbekannte Absender in Schablonenschrift und kruder Sprache erklärten, sie hätten den Pavillon abgefackelt. Ihre Logik: Die Bundeswehr führe in Afghanistan Krieg; ihr Sommerbiwak und der Krieg gehörten daher zusammen. Die Stadt Hannover mit ihrer Patenschaft zur 1. Panzerdivision unterstütze die Kriege. „Deshalb haben wir die Stadt symbolisch angegriffen und den Park als Kriegsgebiet markiert“, schließt der Text.“
Die Polizei hat gegenüber der Presse angegeben:
„Es gibt an dem Kanister so etwas wie einen Brandpunkt. Es ist wohl tatsächlich versucht worden, das anzuzünden“
Es handele „sich um versuchte Brandstiftung an einem öffentlich zugänglichen Ort und damit um eine Aktion von ganz anderer Qualität als die bisherigen Störmanöver gegen das Biwak“
Zudem kündigten die Bullen verstärkte Kontrollen am Stadtpark und am 28.08. selber an.
Im Moment ist nicht abzusehen wie sie tatsächlich mit der von ihnen festgestellten „ganz anderen Qualität“ des Widerstands umgehen.
So oder so ist der Aktionstag gegen das Sommerbiwak am 28. August ein guter Termin um die Panzerfreund_innen und Militarist_innen mit dem zu konfrontieren was es heißt Krieg zu führten. Infos zum Aktionstag gibt es Hier

Einen Bericht zum letzten Aktionstag gibt es Hier:
http://de.indymedia.org/2008/08/225183.shtml

Die ganzen Presseartikel zum versuchten Brandanschlag:

Hannoversche Allgemeine (HAZ)
Neue Presse (NP)