Hannover Kundgebung gegen Bundeswehrkonzert

von indymedia 04.12.2008
Am Montag den 01.12.2008 hat in der Hannoverschen Neustädter Stadt-und Hofkirche das 8. Adventskonzert der 1. Panzerdivision Hannover stattgefunden.
Vor der Kirche protestierten ca. 60 Antimilitarist_innen gegen den erneuten Schulterschluss von Kirche und Bundeswehr.
Die erste Panzerdivision ist nicht irgendeine Truppe des deutschen Heeres. Sie ist mit der Umgestaltung der Bundeswehr zu einer weltweit einsetzbaren Interventionsarmee die Eingreifdivision des deutschen Heeres geworden. Sie ist demnach zuständig für Angriffskriege. Dafür ist die Divisionsstärke von 10.000 auf 19.000 SoldatInnen aufgestockt worden. Um die Einsatzfähigkeit zu erhöhen, besteht die Division fast ausschließlich aus Berufs- und ZeitsoldatInnen. Momentan sind 4.500 dieser SoldatInnen auf drei Kontinenten im Auslandseinsatz. Die „Schnelle Eingreiftruppe“, mit der die BRD ihren Afghanistaneinsatz ausweitete, setzt sich aus Einheiten der 1. Panzerdivision zusammen.
Aber auch im Inneren ist die 1. Panzerdivision an vorderster Front: Fennek-Spähpanzer waren im Juni 2007 rund um den G8-Gipfel gegen GlobalisierungskritikerInnen im Einsatz.
Deshalb ist die 1. Panzerdivision auch schon seit längerem ein Angriffspunkt für hannoversche Antimilitarist_innen. Wie der Verfassungsschutz so schön sagt „Die Autonomen in Hannover setzen beim sogenannten Antimilitarismus einen Schwerpunkt.“
und das auch noch ziemlich erfolgreich. Das diesjährige Adventskonzert fand nähmlich nur deshalb als geschlossene Veranstaltung in der Neustädterkirche statt weil der bisherige Veranstaltungsort, die Marktkirche (Hannovers Hauptkirche), nach Protesten im letzten Jahr nicht mehr zu Verfügung stand.
Aktion im letzten Jahr
Absage der Marktkirche
Freispruch für Antimilitaristen

Da die Bullen von den vielen antimilitaristischen Aktionen in Hannover mittlerweile ziemlich angepisst sind, war die Kirche bis auf 150 m abgesperrt. Außerdem wurde die vom Friedensbüro angemeldete Kundgebung mit absurden Auflagen überzogen.
Verbot eines Lautsprecherwagens und elektroakustischer Verstärkung außer einem Megaphon, das auch noch weg von der Kirche auszurichten sei.
Trotzdem machten ab 18 Uhr ca. 60 Antimilitarist_innen ihrem Unmut Luft und mit Hilfe von Pfeifen, Luftballons und anderem Zeug eine Menge Lärm, der wohl auch noch in der Kirche zu hören war. Eine halbe Stunde nach dem Beginn des Adventskonzertes wurde die Kundgebung beendet. Bereits in den Tagen vor dem Konzert wurden in der Umgebung der Neustädterkirche Briefwurfsendungen durchgeführt, mit der die Gemeindemitglieder aufgefordert wurden sich gegen den Schulterschluss ihrer Kirche mit der kriegsführenden 1. Panzerdivision zu wenden.
Der größte Erfolg wurde aber wohl schon im Vorfeld, damit dass dieses Konzert nicht mehr in der Marktkirche sondern in der verhältnismäßig kleinen Neustädterkirche stattfand, errungen. Ein Umstand den die 1. Panzerdivision übringens in der Presse mittlerweile mit angeblichen Terminproblemen und der Restauration der Marktkirchenorgel erklärt.

Keine Feier mit der 1. Panzerdivision!
Kein Frieden mit der Bundeswehr!