Diese Seite soll gruppenübergreifend über den antimilitaristischen Widerstand in Hannover informieren. Auf der Startseite gibt Berichte zu Aktionen, Texte und Ankündigungen. Außerdem gibt es ein Archiv mit allen Artikeln zu antimilitaristischen Aktivitäten in Hannover seit 2001, die wir auftreiben konnten und eine Terminübersicht, eine Text-, eine Material- und eine Linksammlung.
Und das autonome Blättchen ist zu Gast auf unserer Seite.
…seht euch um

39. Kriegsspektakel im Stadtpark
Sie hören nicht auf!
Sie hören nicht auf damit, Kriege zu feiern.
Immer und immer wieder feiert die 1. Panzerdivision ihr „Sommerbiwak“. Zusammen mit
Repräsentant_innen aus Politik und Wirtschaft feiern sie, damit sie Krieg führen können. Dieses Jahr findet die Feier am 29. Juni statt.
Sie verändern viel!
Die 1. Panzerdivision soll nach Oldenburg abziehen. Dieser Umzug ist aber nur ein weiterer Teil der Umstrukturierung der Bundeswehr zu einer Interventionsarmee. Und auch wenn die 1. Panzerdivision nach Oldenburg umzieht, bleiben ihre Einheiten in Munster und Luttmersen/Neustadt a. Rbg. In Wunstorf ist der Ausbau des Fliegerhorstes zum Drehkreuz für weltweite kriegerische Interventionen in vollem Gange. Mit der neuen Feldjägerschule befindet sich in Hannover ein Zentrumg der Ausbildung von in- und ausländischen Militärs zur Aufstandsbekämpfung.
Sie reden auch viel!
Mit dem Umbau zur Berufsarmee sieht sich das Militär gezwungen, mehr für sich zu werben. An Schulen versuchen sie, Schüler_innen zu überreden, sich rekrutieren zu lassen. In Arbeitsagenturen werden junge Arbeitsuchende durch „sichere“ Ausbildungen und Jobs geködert. Durch Marketing versuchen sie, ihr Kriegshandwerk schön zu reden.
Sie reden auch vom Abzug aus Afghanistan. Während die Regierungen der Nato-Staaten vom „Abzug“ und der „Übergabe der Verantwortung an die afghanische Regierung“ reden, eskaliert der Krieg.
Sie produzieren auch viel.
Die deutsche Kriegsindustrie ist inzwischen drittgrößter Rüstungsexporteurin der Welt. Sie
verdienen am Krieg.
Wir hören nicht auf!
Wir hören nicht auf mit unserem Widerstand und Protest gegen alle öffentlichen Aktivitäten und Auftritte der Bundeswehr.
Wir hören nicht auf damit, die Besucher_innen des Sommerbiwaks mit unserem Widerstand und Protest zu konfrontieren.
Leisten wir überall Widerstand gegen die Kriegsschauplätze – egal ob am Fliegerhorst in Wunstorf, an der Feldjägerschule in Hannover oder bei der ersten Panzerdivision in Oldenburg!
Darum:
Aufzug statt Abzug – laut, bunt, mit Tammtamm, Dschingderassa und großem Hallo und Tschüss!
Sofortiger Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan und anderswo!
Keine Rüstungsproduktion!
Keine Interventionsarmee!
Keine Bundeswehr!
Bundeswehr verschleppt Entscheidung. Friedensinitiativen wollen den in Hannover hingerichteten Deserteuren des Zweiten Weltkriegs am Ort der Hinrichtung würdig gedenken.
Anfang März wandten sich der Verein Friedensbüro Hannover e.V. und die Initiative für ein Deserteursdenkmal in Hannover gemeinsam an die Feldjägerschule der Bundeswehr. Ziel der Anfrage war es, am 15. Mai 2012, dem Internationalen Tag des Kriegsdienstverweigerers, auf dem Gelände der Emmich-Cambrai Kaserne würdevoll denjenigen zu gedenken, die dort als Deserteure oder Wehrkraftzersetzer durch die NS-Militärjustiz hingerichtet wurden. Unser Interesse ist es, denjenigen angemessen zu gedenken, die sich der Nazi-Diktatur und ihrem Angriffskrieg verweigerten und widersetzten.
Wie inzwischen nachgewiesen, wurden auf dem Gelände, auf dem sich heute die Feldjägerschule der Bundeswehr befindet während der Nazi-Diktatur Menschen standrechtlich erschossen. Sie wurden von der NS-Militärjustiz wegen „Fahnenflucht“ oder „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt. Für 15 Soldaten der Wehrmacht ist dies belegt (Buchterkirchen, 2011), aktuelle Schätzungen gehen von bis zu 43 Soldaten aus (Trolp, 2010).
Auf die Anfrage wird jedoch von Seiten der Bundeswehr mit Verzögerung reagiert – womöglich um den 15. Mai ohne Entscheidung verstreichen zu lassen. Der Kasernenkommandant antwortete auf die Anfrage der beiden Friedensgruppen, dass er nicht zuständig sei, da das Anliegen vermeintlich „prinzipielle Bedeutung“ habe. Das Bundesministerium für Verteidigung solle entscheiden. Ein weiteres Erläuterungsschreiben der Friedensgruppen, in dem dargelegt wurde, dass die „prinzipielle Bedeutung“ durch den Bundestag geklärt ist (der Deutsche Bundestag hat mit Beschlüssen vom 28.05.1998, 17.05.2002 und 08.09.2008 alle Opfer der NS-Militärjustiz rehabilitiert und damit auch das Unrecht anerkannt; die Hinrichtungen sind wissenschaftlich belegt) und die rechtliche Grundlage damit klar ist, wurde vom Kasernenkommandanten nicht berücksichtigt.
Wir sind empört über diese Verzögerungstaktik, die offensichtlich verhindern soll, dass den Deserteuren des Zweiten Weltkriegs, die auf dem Gelände der Emmich-Cambrai Kaserne hingerichtet wurden, würdig gedacht werden kann!
Wir werden am 15. Mai um 17.00 Uhr zur Emmich-Cambrai-Kaserne gehen um auf dem Gelände den wegen Desertion, Wehrkraftzersetzung und Kriegsverrat hingerichteten Menschen würde- und respektvoll zu gedenken. Wir fordern die Standortleitung der Kaserne und die Bundeswehr auf, uns dafür Zutritt zu gewähren.
Die neunte Ausgabe des autonomen Blättchens ist draußen und wieder mal sehr lesenswert!
Du findest sie wie gewohnt im Infoladen deines Vertrauens oder direkt hier zum Download.
Seite 1: – Editorial
Seite 2: – Pussy Riot:
- Kunst oder Politik?
- Der zweite Tag im Untersuchungsgefängnis
- Nach einem Monat Haft
- Interview Yaroslav von Free Pussy Riot
Seite 5: – M31 Capitalism is crisis – Fast schlimmer als die Schreie…
Seite 6: – M31 in Frankfurt – Wutbürger_innen in Aktion
Seite 8: – Hugo Portmann – über 60 Tage im Hungerstreik
– Marco Camenisch: Bedingte Entlassung verweigert
Seite 9: – NATO GAME OVER: Sturm aufs Hauptquatier in Brüssel
Seite 10: – Roter Punkt: Ehemals ein Symbol des Widerstands
Seite 12: – 39. Kriegsspektakel im Stadtpark
Seite 13: – Doku: Glasbruch und Farbe für Bundeswehr in Oldenburg
Seite 14: – Doku: Feuer und Farbe für Rüstungsindustrie in Hamburg
Seite 16: – Verfahren nach 1.Mai-Aktion eingestellt
Seite 17: – GewerkschafterInnen und Antifas gemeinsam gegen die BW
Seite 19: – No TAV – Widerstand im Susatal
Seite 22: – Castor: *Keine Gewalt ist auch keine L**ö**sung…*
Seite 24: – Nachrichtenlage F.
Seite 25: – Bundesweites Antifa-Camp
Seite 26: – Die (Un)Coolness von sozialen Kämpfen
Seite 28: – Das staatliche Strafen
Seite 32: – Abschiebung – Rassistischem Pack entgegen!!!
Seite 33: – Fallada: Ein antifaschistischer Roman in den Top Ten?
Seite 38: – Wer nur Eins sieht, übersieht unendlich viel
Seite 45: – Wer unendlich viel sieht, übersieht das Wesentliche
Seite 49: – Wer sieht was?
Seite 55: – „Mensch, das gehört jetzt uns!“ – Mexikanische Reifenkooperative TRADOC
Seite 57: – Zurück an Absender – Kritik aus der Galaxie
18. Feb 2012 Hannover | Krieg beginnt hier: Proteste auf der Bildungsmesse „didacta“
Vom 14. bis 18. Februar trafen sich Pädagogen zur Bildungsmesse didacta in Hannover. Auch die Bundeswehr war dabei, mit zwei großen Ständen, als wäre die Gegenwart von Militärs unter Lehrern eine Selbstverständlichkeit. Am letzten Messetag demonstrierten zahlreiche Friedensaktivisten und Aktivistinnen dagegen. An den Protesten waren das Friedensbüro Hannover, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und die Organisation „unique planet“ beteiligt. Die Demonstranten diskutierten mit Passanten, Jugendoffizieren und Teilnehmern eines Planspiels, mit dem die Bundeswehroffiziere Schüler anwerben wollten. Sie entrollten Transparente und verteilten Flugblätter. Die Bundeswehrangehörigen reagierten irritiert und riefen die Messeleitung, welche die Aktivisten aufforderte, die Transparente einzurollen und nur noch individuell zu diskutieren, andernfalls werde die Polizei gerufen.
25. Feb 2012 Hannover | Krieg beginnt hier – Weiterbildungsmesse „Beruf und Bildung“
Nach dem Widerstand auf der Bildungsmesse „didacta“ ging der Protest heute weiter. (siehe Video auf Facebook) Neun FriedensaktivistInnen waren zu Gast auf der Aus – und Weiterbildungsmesse „Beruf und Bildung“ in Hannover. Das Bundeswehr Zentrum für Nachwuchsgewinnung Nord Wehrdienstberatung Hannover und die Wehrdienstverwaltung Nord wollten sich um 14:15 Uhr auf der Bühne als attraktiven Arbeitgeber präsentieren und einen Vortrag unter dem Titel „Studium bei der Bundeswehr – Interview mit Medizinstudenten“ halten. „So werden Sie sicherlich nicht so oft empfangen.“
Inhaltlich wird wohl nichts bei den ZuschauerInnen angekommen sein, da die AktivistInnen eine Jubeldemo veranstalteten. Jedes Mal, wenn ein Vertreter der Bundeswehr das Wort ergriff, jubelten und applaudierten sie lautstark und pfiffen auf Trillerpfeifen. Zunächst ging der Moderator darauf freudig ein und meinte: „So werden Sie sicherlich nicht so oft empfangen.“
Als jedoch der Jubeln die Stimme der Bundeswehrmenschen übertönte, wurde klar, dass das Jubeln nicht als Zuspruch, sondern als Protest zu verstehen war! Die AktivistInnen entfalteten Transparente: „Krieg beginnt hier“ und „KARRIERE TOD“. Nach knapp 10 Minuten – wohl vorzeitig – war der Vortrag der Bundeswehr beendet. Zeitgleich kamen die Feldjäger. Die Messleitung forderte die Demonstranten, keine weiteren Aktionen zu starten. Auch unterband sie, dass die AktivistInnen zu dem Stand der Bundeswehr gingen, um dort mit potentiell interessierte Menschen an der Bundeswehr über die Bundeswehr als Arbeitgeber diskutieren. Sie mussten das Messegelände verlassen. (Bericht)
„Eins ist die Summe unendlich vieler kleinerer Zahlen
Wer nur Eins sieht, übersieht unendlich viel
Gegen jeden Antisemitismus! – Gegen jeden Staat! – Gegen jeden Krieg!
Wie sollen wir bloß anfangen, einen Beitrag zu einer Debatte zu schreiben, zu der zwar schon viel geschrieben wurde, innerhalb derer viele Akteur_innen aber anderen als ihren eigenen Sichtweisen und Argumenten gar nicht zugänglich scheinen? Wir tun uns schwer damit, Positionen auszuformulieren. Denn wir befürchten, dass unser Anliegen von denjenigen, die sich auf beiden Seiten um einfache Antworten und Positionierungen bemühen, denunziert werden wird. Wir wollen uns jedoch nicht einem der vereinfachten Weltbilder anschließen bzw. innerhalb einer kriegerischen/bipolaren Ordnung einsortieren. Deshalb halten wir es für nötig, uns um eine differenzierte Positionierung zu bemühen.
Vor dem Hintergrund einer immer wahrscheinlicher werdenden kriegerischen Eskalation des Konfliktes zwischen Israel, den USA, der EU und dem Iran befürchten wir eine weitere Zuspitzung innerlinker Konflikte als Folge eines Bedürfnisses nach einfachen Antworten und einer Positionierung „auf der richtigen Seite“. Dies geht einher mit einem erstaunlichem
Desinteresse an den Verhältnissen in der Region.
Wir fürchten uns vor dem Umschwenken des latent in Deutschland und Europa grassierenden Antisemitismus zu offen ausgelebten antisemitischen Denkmustern, Gewalt und Vernichtungswünschen, wir fürchten uns vor Positionierungen von Teilen der Linken und der Friedensbewegung, die dem Antisemitismus zumindest Anknüpfungspunkte bieten, wir
fürchten uns aber auch vor der ideologischen Legitimation von Krieg durch die Positionierung anderer Teile der Linken an der Seite einer Kriegspartei.
Lange haben wir unseren Mund gehalten – nicht weil wir keine Meinung hätten, sondern weil wir schlicht nicht wissen, wie wir sie so ausformulieren können, dass sie dazu anregt, Positionen zu überdenken und zu diskutieren, anstatt in Abwehrreflexen verkürzte Weltbilder zu verteidigen oder uns innerhalb dieser einzusortieren und anzufeinden.
Wir hoffen, wir können einen kleinen Beitrag zur Findung differenzierter Positionen leisten und würden uns freuen, wenn dies bei Anderen auf Interesse stößt.“
…
den vollständigen Text der „Temporären Autonomen Zelle“ weiterlesen
oder als PDF runterladen
„Wir haben in der Nacht vom 6. auf den 7. Februar 2012 die Scheiben des Bundeswehrgebäudes in der Ulmenstraße in Oldenburg zerstört und die Fassade mit Farbe verschönert. Mit dieser Aktion wollen wir den Stab der 1. Panzerdivision aus Hannover, der in den nächsten Jahren nach Oldenburg ziehen soll, herzlichst willkommen heißen.
Die 1. Panzerdivision ist einer der wichtigsten Bestandteile deutscher Kriegsführung, bei allen größeren Einsätzen mischen ihre rund 18.000 Soldat_innen mit. Abgesehen davon ist sie Schirmherrin des Sommerbiwaks, einer militaristischen Propagandaveranstaltung, die alljährlich in Hannover stattfindet. Die 1. Panzerdivision ist seit jeher Teil der Interventionskräfte – und das schon bevor die Umstrukturierung von einer Verteidigungsarmee zur Angriffsarmee begann. Sie war sozusagen Vorreiterin dieser Entwicklung, die Anfang der 1990er Jahre mit dem Ende der Blockkonfrontationen ihren Lauf nahm und nun mit der Neuverteilung von Einheiten und der Auflösung von Standorten ins Finale geht. Damit passt sich die Bundeswehr ihrem neu definierten Aufgabenfeld an – galt es vor 1990 noch, sich gegen Angriffe des Warschauer Paktes zu verteidigen, ist es nun oberste Prämisse, möglichst schnell überall auf der Welt eingreifen zu können. An das Märchen der „humanitären Einsätze“ zur „Verteidigung der Menschenrechte“ glauben wir schon lange nicht mehr. Es geht um die Durchsetzung geostrategischer Interessen in bester neokolonialer Manier, z.B. um günstige Rohstoffe für Deutschland und Westeuropa und die Sicherung ihrer Transportwege. Um das zu erkennen bedarf es weder ausgefeilter Analysen noch großartiger Verschwörungstheorien – es genügt, einen Blick ins aktuelle Weißbuch der Bundeswehr zu werfen oder den Reden des Verteidigungsministers zu lauschen.
Oldenburg hat als Garnisonsstadt Tradition, der Stab der 1. Panzerdivision ist nicht der erste hier stationierte Stab, der beim Führen von Kriegen im Auftrag deutschen Großmachtstrebens ganz vorne mit dabei ist. So war Jahre lang der Stab der Luftlandebrigade „Oldenburg“ hier zuhause.
Nach den Plänen de Maizières und den Träumen von Oberbürgermeister Schwandner und Kossendey, Staatssekretär im Verteidigungsministerium, wird Oldenburg nach wie vor ein wichtiger Standort der Bundeswehr bleiben. Noch streiten sich Oldenburg und Hannover um den Stab der 1. Panzerdivision. Für uns ist klar: wir werden der 1. Panzerdivision einen heißen Empfang bereiten, sollte sie wirklich hier her verlegt werden.
Natürlich geht es uns nicht nur um die prominente 1. Panzerdivision. Es muss darum gehen, alle hier stationierten Soldat_innen als das sichtbar zu machen, was sie sind: Menschen, die dazu ausgebildet werden, andere Menschen umzubringen.
Kaputte Scheiben und ein bisschen Farbe sind nur der Anfang. Lasst uns die künftig hier stationierten Soldat_innen gebührend empfangen! Die Möglichkeiten sind unerschöpflich: gesprühte Parolen, gestörte Bundeswehrkonzerte, ein brennendes Versorgungsamt, Pöbeleien, beschmierte Bundeswehreinrichtungen, gestreckte Mittelfinger, angezündete LKW, geklebte Plakate… Organisiert euch, lasst euch was einfallen und los!
Gegen Militarismus – in Oldenburg und überall! Für eine befreite, solidarische Gesellschaft jenseits von Rassismus, Patriarchat und Kapitalismus!“
WAR STARTS HERE – Direct Action
against NATO-Headquater in Bruessel
Die Belgischen Genoss_innen von Vredesactie (Friedensaktion) und Bombspotting laden ihm Rahmen der internationalen Kampagne „War starts here“ vom 30. März bis zum 2. April nach Brüssel um nach gemeinsamer Vorbereitung in einer internationalen Aktion das NATO-Hauptquatier zu stürmen.Die Gruppen, die das Vorbereiten haben es bereits mehrfach mit mehreren hundert Leuten geschafft auf das Gelände einzudringen und dort non-violent-action zu veranstalten.
Dazu muss man wissen, dass die die belgischen und weiteren international beteiligten antimilitaristischen (Friedens-)Gruppen nicht wirklich mit der deutschen Friedensbewegung vergleichbar sind. Sie sind wesentlich aktionistischer ausgerichtet. Ihr Konzept der non-violent-direct-action beinhaltet, die direkte Intervention an Orten der Kriegsvorbereitung und -führung, eine Absage an Gewalt gegen Menschen und eine Steigerung der öffentlichen Aufmerksamkeit durch vorheriges Ankündigen von Aktionen und ein offensives Führen von Prozessen im Nachhinein.
NATO GAME OVER HOMEPAGE
VREDESACTIE (beides auf Englisch)
Das 8. autonome Blättchen ist draußen! Online zum Download
Sehr dick und interessant:
Seite 0: – Hallo und Impressum
Seite 1: – Castor: „So gewaltfrei wie möglich“
Seite 3: – Kolonialverbrecher Lettow-Vorbeck
„the same procedure as last year, miss sophy“
Seite 6: – Interview zur Revolte in Tunesien
Seite 16: – Solidaritätsbekundung aus Kairo an die Occupy-Bewegung
Seite 18: – Kairo, Mitte Dezember
Seite 21: – Neonazistischer Terror und Staatsterrorismus oder
Was wäre die NSU ohne den Verfassungsschutz?
Seite 26: – Interview mit einem Mitglied einer Antifa-Recherche-Gruppe
Seite 30: – Dresden, Berlin, Stuttgart, Hannover: Soko 19/2 on Tour
Seite 32: – Krieg, Atom, Armut. Was sie reden, was sie tun:
DIE GRÜNEN. Eine etwas andere Buchpräsentation
Seite 37: – Doku: Farbe für Burschis
Seite 38: – War starts here! Krieg beginnt hier! Krig börjar här!
Seite 45: – Doku: Brandanschlag auf Rolls-Royce in Hamburg
Seite 47: – war starts here: Militärtagung in Berlin Januar 2012
Seite 50: – Gegen jeden Krieg. Für eine emanzipatorische
antimilitaristische Perspektive
Seite 56: – Freiheit für Sonja und Christian!
Seite 57: – Redebeitrag Gesellschaft für Reaktorsicherheit:
Von unabhängiger Wissenschaft und ungewöhnlichem Widerstand
Seite 59: – Plünderer geben selten Pressekonferenzen / Riots GB
Seite 60: – Strafbefehle verweigern – Staatsanwalt ins Klo
Seite 62: – Ausstieg in Fahrtrichtung Links! VS-Hotline
Seite 63: – Achtung Staatsschutz Hannover
– Rosenpavillon/Raubkopien Verfahren eingestellt
Seite 64: – Ungarn auf dem Weg zum „wahren Ungarntum“
Seite 67: – Ein Gespräch mit der Kampagne Ahoi!
für ein autonomes Zentrum in Linden
Seite 73: – Verfahren gegen hannoveraner Antifas
Nachfolgend dokumentieren wir einen Aufruf, der in linken Publikationen erschienen ist und den wir interessant und unterstützenswert finden.

War starts here – Kampagne gegen die kriegerische Normalität
Markieren, Blockieren und Sabotieren
Wir rufen auf, aktiv einzugreifen in die kriegerische Normalität und die zahllosen zivilmilitärischen Verflechtungen. Der Fokus unserer Kampagne liegt auf der erweiterten Infrastruktur und der ideologischen Legitimierung von militärischer Gewalt. Wir wollen die verschieden Facetten dieser Herrschaftssicherung sichtbar machen, stören und angreifen. Das Vorbereiten, Üben und Koordinieren von Krieg, das Produzieren, Transportieren, Forschen, Werben und Rekrutieren für den Krieg findet direkt vor unseren Augen statt.
Doch es geht uns um mehr als direkt militärisch erkennbare Rüstungsindustrieen, Bundeswehreinrichtungen und -geräte, Truppenübungs- und Umschlagplätze. Patriarchale und neokoloniale Ideologien und Denkmuster müssen in den eigenen Köpfen als Teil von Militarisierung und Kriegsführung erkennbar gemacht werden. Wir wollen auch zivile Orte und Institutionen – Schulen, Arbeitsagenturen, Universitäten, Berufsmessen – als Orte markieren, in die militärische Formierung und Rekrutierung tagtäglich eindringt. Öffentliche Auftritte der Bundeswehr, bei Stadtfesten, Konzerten der Militärmusikkorps, Reservistenveranstaltungen inmitten der „Zivilgesellschaft“ sowie das „hilfstätige“ Unterwandern und Koordinieren von ziviler Infrastruktur in Krankenhäusern und beim Katastrophenschutz, können verhindert werden.
Das militärische Führen und Kontrollieren von Konflikten wird in immer mehr Situationen offensiv als alternativlos propagiert. Krieg wird weiter normalisiert, ob humanitär etikettiert, mit der Doktrin der „responsibility to protect“ (Verantwortung zu schützen) oder offen ökonomisch begründet zur Durchsetzung von „freien Rohstoff- und Handelsströmen“. Der Kriegseinsatz der Nato gegen Libyen zum „Schutz der Zivilbevölkerung“ und das gleichzeitige Inkaufnehmen des Ertrinkungstodes hunderter flüchtender Menschen im Mittelmeer durch die repressive Abschottung der EU, macht den menschenverachtenden Zynismus dieser Politik deutlich.
Die Sicherung von staatlicher Herrschaft und die Durchsetzung ökonomischer Interessen machen den Kriegszustand allgegenwärtig. „Ob völkerrechtlicher Angriff oder innerstaatliches Verbrechen, ob Kombattant oder Krimineller, ob Krieg oder Frieden: Die überkommenen Begriffe verlieren ihre Trennschärfe und damit ihre Relevanz“ (Schäuble, Jan 2007). Unterschiede zwischen Innen und Außen, militärisch und zivil, Polizei und Militär, Krieg und Frieden verlieren ihre Konturen.
Gleichzeitig bereiten Diskurse zur Flüchtlings- und Migrantenabwehr und zur sozialen Ausgrenzung sog. Leistungsunwilliger, den Weg für moderne patriarchale, neokoloniale und rassistische Weltbilder. Wir sollen uns an den permanenten Kriegszustand nach außen und den militarisierten Normalzustand im Inneren gewöhnen. Soldaten und Soldatinnen „helfen“ beim Castor, jagen Piraten, und bilden Polizisten und Polizistinnen in Afghanistan aus. Entwicklungshilfeminister Niebel fordert (nicht nur) im Kontext des zehnjährigen Krieges in Afghanistan von allen „zivilen“ Hilfs- und Wiederaufbauorganisationen militärischen Gehorsam. Popstars stärken der Bundeswehr an der Front den Rücken. Nicht erst seit der diesjährigen Aussetzung der Wehrpflicht versucht eine immense Rekrutierungs- und Werbeoffensive, eine militärische Durchdringung des „Zivilen“ und den gesellschaftlichen Rückhalt der „Heimatfront“ abzusichern.
Von der „Ablehnung“ des Krieges …
In einem von wikileaks veröffentlichten Report zum Krieg in Afghanistan warnt die CIA davor, dass „[…] eine in Frankreich und Deutschland vorhandene passive Ablehnung der Kriegsbeteiligung in eine aktive und politisch bedeutsame Feindschaft umschlagen könnte“.
Die hier vorgeschlagene Kampagne ist Teil von europaweiten antimilitaristischen Aktivitäten. Wir wollen dazu beitragen, diese „passive Ablehnung“ eines Großteils der Bevölkerung in sichtbar „aktives Handeln“ gegen Krieg und Militarisierung zu verwandeln. Dazu halten wir es für nötig, das Krieg(s)Treiben in all seinen Facetten hier vor Ort sicht- und angreifbar zu machen. Die Kampagne ist offen für alle, die ihre Aktivitäten in diesen Kontext stellen wollen.
… zur Sabotage der „Heimatfront“
Es geht nicht nur darum, das Gesicht des Krieges mit all seinen zerstörerischen und tödlichen Konsequenzen offen zu legen, sondern vor allem darum deutlich zu machen: Krieg beginnt hier – war starts here – und ist hier aufzuhalten.
Kriegstreiberei und Militarisierung markieren, blockieren, sabotieren!
Außerdem gibt es im autonomen Blättchen Nr.8 ab Seite 38 eine ausführliche Übersicht von Aktionen, die sich in den Kontext der Kampagne stellen: Blättchen Nr. 8 als Pdf
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